Steuerstichtag: Ab Donnerstag ist alles Netto - DER SPIEGEL
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Steuerstichtag Ab Donnerstag ist alles Netto

Die Zeit der Fronarbeit in diesem Jahr ist vorüber. Ab heute arbeiten die Steuerzahler für die eigene Tasche.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Bis zum 16. Juli haben die Steuerzahler in diesem Jahr rein rechnerisch allein für Steuern und Abgaben gearbeitet. Nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler ist der Mittwoch der Wendetag - jeder verdiente Euro fließt nun ins eigene Portemonnaie. Im vergangenen Jahr hatten die Steuerzahler den Stichtag bereits einen Tag früher am 15. Juli erreicht. Die Belastung hat sich also gegenüber dem Vorjahr noch einmal erhöht.

Auf den einen Tag kommt es dem Verbandspräsidenten des Bundes der Steuerzahler, Karl Heinz Däke, allerdings nicht an. Ihm passt die ganze Richtung nicht. Der Stichtag liege erneut weit in der zweiten Hälfte des Jahres, kritisierte Däke. Dies sei ein Beleg für die überzogene Steuer- und Abgabenlast in Deutschland.

Der Bund der Steuerzahler errechnet den so genannten Steuerzahler-Gedenktag, indem er die so genannte Einkommensbelastungsquote auf das Jahr umrechnet. Diese Quote betrage in diesem Jahr 54,2 Prozent, sagte Däke. Zwar stünden den Abgaben auch Leistungen von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungssystemen entgegen. "Es ist aber sehr bedenklich, wenn weit mehr als die Hälfte der erwirtschafteten Einkommen durch staatliche Kassen fließen", sagte Däke.

Die Entwicklung gebe Anlass zur Sorge. 1960 habe die Quote noch 41,5 Prozent betragen, 1970 seien es bereits 45,6 und zehn Jahre später 53,5 Prozent gewesen. Der diesjährige Wert von 54,2 Prozent befindet sich nahe am Spitzenwert aus dem Jahre 2000 mit damals 56,9 Prozent.

Däke fordert eine nachhaltige Senkung der Steuer- und Abgabenlast. "Das Vorziehen der Steuerreform ist ein Schritt in die richtige Richtung und ein gutes Signal. Wichtig ist allerdings, dass die Steuer- und Abgabenlast insgesamt sinkt. Das geht nur, wenn der Staat tatsächlich Ausgaben einspart und nicht Steuersenkungen durch Steuererhöhungen an anderer Stelle kompensiert."