Stichwort WTO: Ein Land, eine Stimme - DER SPIEGEL
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Stichwort WTO Ein Land, eine Stimme

Zentrales Ziel der Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organisation) ist die Liberalisierung des internationalen Handels. Dazu vereinbaren die 149 Mitgliedstaaten global verbindliche Regeln.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Genf - Drei Viertel von ihnen sind Entwicklungsländer, alle zusammen wickeln rund 97 Prozent des Welthandels ab. Oberstes Organ der 1995 gegründeten Organisation ist die Ministerkonferenz, die mindestens alle zwei Jahre tagt. Das nächste Treffen ist kommende Woche in Hongkong.

Am Stammsitz in Genf arbeiten permanent rund 630 Menschen, der Jahresetat beträgt rund 110 Millionen Euro. Generalsekretär ist der frühere EU-Handelskommissar Pascal Lamy.

Die WTO ist aus dem 1947 gegründeten Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommen GATT hervorgegangen, dessen Regelungen zu großen Teilen weiter gelten. Während sich die GATT-Regeln vor allem auf den Güterhandel bezogen, umfassen die WTO-Verträge darüber hinaus auch Regeln für den Dienstleistungshandel und für den Schutz des geistigen Eigentums.

Die WTO funktioniert nach dem Prinzip "ein Land, eine Stimme". Beschlüsse werden im Konsens gefällt und bedürfen der nachträglichen Ratifizierung durch die Mitgliedstaaten.

Seit November 2001 laufen innerhalb der WTO die Verhandlungen der sogenannten "Doha-Runde", die vor allem die Interessen der armen Länder befriedigen soll. Die Gespräche sollten ursprünglich in Hongkong mit einem umfassenden Abkommen über einen weiteren Abbau von Zoll- und Handelsschranken für Agrarprodukte, Industriegüter und Dienstleistungen enden. Viele Beobachter und Regierungsvertreter rechnen jedoch damit, dass dies erst im Jahr 2006 gelingt.