Stiftung Warentest Existenz bedroht
Berlin - Mit der geplanten Reduzierung der jährlichen Zuwendungen aus dem Bundeswirtschaftsministerium von 13 Millionen auf acht Millionen Mark vom kommenden Jahr an seien die Unabhängigkeit der Verbraucherschützer und ihr Testangebot gefährdet, erklärte Stiftungsvorstand Werner Brinkmann.
Mitarbeiter und Gewerkschaften forderten auf einer Protestkundgebung das Wirtschaftsministerium auf, die Kürzung und das "Kaputtsparen" zurückzunehmen. Verbraucherschutz dürfe nicht auf Sparflamme gefahren, sondern müsse ausgebaut werden.
Die Stiftung Warentest erhält seit 1988 unverändert jährlich 13 Millionen Mark Zuwendungen vom Wirtschaftsministerium. Diese sind ein Ausgleich dafür, dass die Verbraucherschützer auf Anzeigenerlöse in ihren Publikationen verzichten und so ihre Unabhängigkeit wahren.
Brinkmann zufolge kann die Bundesregierung auf keine andere Weise "mit einer so geringen finanziellen Beteiligung einen so großen Nutzen für den Verbraucher erzielen". Im Wirtschaftsministerium hieß es, die Kürzungen machten bei einem Gesamthaushalt der Stiftung von rund 100 Millionen Mark nur etwa fünf Prozent aus. Zudem müsse auch das Wirtschaftsministerium wie alle anderen sparen.
Voraussichtlich noch in diesem Jahr wollen die Warenprüfer sämtliche Testergebnisse ins Internet stellen. Die Verbreitung der Ergebnisse mit schnellen Medien verändere auch die Testarbeit. Statt wie bisher Produkte nur in Abständen zu testen, werde die Stiftung dazu übergehen, Waren fortlaufend zu prüfen, sobald sie am Markt sind. Die Ergebnisse würden dann ins Internet gestellt, so Brinkmann.