Still und heimlich: Bahn erhöht Fahrpreise - DER SPIEGEL
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Still und heimlich Bahn erhöht Fahrpreise

Die Deutsche Bahn hat am Tag der Euro-Umstellung die Fahrpreise im Nahverkehr deutlich erhöht. Viele Zug-Pendler wurden von den gestiegenen Preisen überrascht, da die Bahn es nicht für notwendig gehalten hatte, ihre Kunden vorab über die Preisänderung zu informieren.
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München/Frankfurt am Main - Zugreisen mit einer Entfernung von weniger als 160 Kilometern wurden zu Jahresbeginn um bis zu 4,9 Prozent teurer, wie das Unternehmen am Mittwoch bestätigte.

Der Fahrgast-Verband Pro Bahn kritisierte, dass die Bahn ihre Kunden über die Preiserhöhung nicht ausreichend informiert habe. Ein Bahnsprecher sagte, das Unternehmen habe bereits Anfang vergangenen Jahres Pläne zur Tarifanhebung nach entsprechenden Medienberichten bestätigt. Eine eigene Pressemitteilung habe es danach aber nicht mehr gegeben. "Es war ja bekannt", sagte der Sprecher, "es ist nicht so, dass wir ein Geheimnis daraus gemacht hätten". Journalisten sei auf Anfrage mehrfach Auskunft über die neuen Tarife gegeben worden. Die Preiserhöhung sei angesichts gestiegener Kosten notwendig geworden.

"Irgendwo, irgendwann mal gesagt"

Der Bundesvorsitzende des Fahrgast-Verbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, äußerte zwar Verständnis für die Preiserhöhung, kritisierte aber deren Form: "Der Umgang mit der Öffentlichkeit ist - gelinde gesagt - nicht sehr kundenfreundlich", so Naumann. "Wenn man schon die Preise erhöht, muss man das offiziell und laut sagen, damit der Kunde das auch weiß", sagte der Verbraucherschützer. Eine wie beiläufig gestreute Information sei völlig ungeeignet, da sich der Normalkunde so etwas nicht über einen längeren Zeitraum merken würde.

Zumindest hätte das Unternehmen auf die Tarifänderungen anlässlich der Umstellung auf den Euro hinweisen müssen, kritisierte Naumann. Noch am Neujahrstag hatte ein Bahnsprecher gesagt, die Fahrpreise würden sich im Zuge der Euro-Umstellung nur kaum spürbar im Promillebereich ändern.

Ein Unternehmenssprecher erklärte, die Preiserhöhung habe "mit der Euro-Umstellung überhaupt nichts zu tun". Sie sei die erste Anhebung seit zwei Jahren und gelte nicht in Gebieten von Verkehrsverbünden. Im Durchschnitt erhöhe sich der Preis bei einfachen Fahrkarten unter hundert Kilometern Entfernung um 3,8 Prozent. Bei Wochen- und Monatskarten für Strecken unter 160 Kilometern stiegen die Preise seinen Angaben zufolge je nach Entfernung zwischen 3,45 Prozent bei kürzeren Verbindungen und um 4,9 Prozent bei Fahrten über 61 Kilometern.