Stimmen: "Die EZB hat den Rubikon überschritten" - DER SPIEGEL
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Stimmen "Die EZB hat den Rubikon überschritten"

Deutsche Banker begrüßten die Intervention der Europäischen Zentralbank (EZB) zu Gunsten des Euro. Die "Financial Times" warnte jedoch vor den Konsequenzen.
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"Die EZB hat den Rubikon überschritten, sie kann nicht zurück, ohne ihre Glaubwürdigkeit zu riskieren", sagte Bernd Fahrholz, Vorstandschef der Dresdner Bank. Weitere Interventionen seien wohl notwendig. Mit Reserven von 350 Milliarden US-Dollar im Europäischen System der Zentralbanken (ESZB) stünden für Interventionen ausreichend Mittel zur Verfügung.

Fahrholz fügte hinzu: "Noch kennen wir die Entschlossenheit der Amerikaner zu weiteren massiven Interventionen nicht. Die Märkte werden klare Worte verlangen. Die gestrige Erklärung des US-Finanzministers, dass ein starker Dollar im nationalen Interesse der USA liege, bringt es noch nicht, obwohl er im Prinzip Recht hat. Aber auch ein starker Dollar bei eins-zu-eins wäre gut für uns alle."

Der Vorstandssprecher der HypoVereinsbank, Albrecht Schmidt, sagte: "Ein Teil der Schwäche des Euro war die noch geringe Glaubwürdigkeit der jungen EZB. Mit der Initiative zu den Interventionen hat die EZB Führungsstärke bewiesen und schon das wird helfen und dazu gratulieren wir."

Commerzbank-Vorstandschef Martin Kohlhaussen schloss sich seinen Kollegen an: "Woran es nun vor allem fehlt, nachdem sich die ökonomischen Daten zu Gunsten des Euro gewendet haben, ist Vertrauen. Und hier kommt der Politik, den Finanzministern und der EZB eine zentrale Rolle zu. Sie sollten unmissverständlich klarstellen, dass Regierungen und Notenbank an einem auch im Außenverhältnis starken Euro interessiert sind. Auf Dauer kann das Vertrauen in den Euro nur durch eine Wirtschaftspolitik erhalten und gefestigt werden, die die strukturellen Schwächen im Euroland energisch angeht und so - wie in den USA - einen höheren Produktivitätsfortschritt und damit mehr Wachstum und Beschäftigung ermöglicht."

Die "Financial Times" hingegen war vorsichtig in ihrer Bewertung: "Die Intervention war mehr als eine Überraschung. Sie war riskant. Ob sie auch klug war, bleibt eine offene Frage. Es ist nicht schwer zu beantworten, warum die Zentralbanken interveniert haben. Aber nachdem sie jetzt einen Anfang gemacht haben, müssen sie den Euro auch weiterhin stabilisieren, ohne den Dollar unsicherer zu machen. Dafür gibt es keine Garantie. Die G7-Staaten haben nur den ersten Schritt in einem langen und komplexen Spiel getan. Sie können, trotz ihrer guten Absichten, jetzt nur noch an Glaubwürdigkeit verlieren, falls sich der Niedergang des Euro fortsetzt."