CDU/CSU Stimmenfang
Mit Geld brach Finanzminister Helmut Schmidt die Phalanx der CDU/CSU-regierten Länder im Bundesrat. Unter der Führung des rheinland-pfälzischen Sozialministers Geissler, so hatte die schwarze Mehrheit in der Länderkammer beschlossen, sollten Walter Arendts Renten-Änderungsgesetze zu Fall gebracht werden. Ohne indes die anderen Christen-Länder zu benachrichtigen, brach das Saarland aus und stimmte für das 16. Renten-Anpassungsgesetz. Grund: Schmidt sagte den CDU-Regenten an der Saar zu, sich an dem 870 Millionen Mark teuren – und von Experten als ökonomisch unsinnig bezeichneten – Ausbau der Saar bis zur Mosel zu beteiligen. Der Stimmenkauf fiel dem Hanseaten nicht allzu schwer: Zum einen sind in der mittelfristigen Finanzplanung des Bundes die Saar-Gelder nicht enthalten, so daß die Länder das Projekt vorfinanzieren müssen. Zum anderen wird auch Rheinland-Pfalz, das sich durch die Saarländer brüskiert fühlt, als Anrainer zur Kasse gebeten.