Strafanzeige: Untreue-Vorwurf gegen LBBW-Vorstände - DER SPIEGEL
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Strafanzeige Untreue-Vorwurf gegen LBBW-Vorstände

Strafanzeige gegen das LBBW-Management: Mehreren Informanten zufolge sollen Vorstände der Landesbank die Milliardenverluste des Instituts mit verursacht haben. Auch Manager anderer Landesbanken wurden angezeigt.
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Stuttgart - Mehrere Privatpersonen werfen dem Vorstand der größten deutschen Landesbank LBBW Untreue vor und haben Strafanzeige erstattet. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft prüfe die zum Teil anonym eingegangenen Schreiben und die pauschal gehaltenen Vorwürfe, sagte eine Behördensprecherin am Freitag.

LBBW-Zentrale in Stuttgart: Kriminelle Handlungen im Management?

LBBW-Zentrale in Stuttgart: Kriminelle Handlungen im Management?

Foto: DDP

Die Informanten haben laut Staatsanwaltschaft nicht viel in der Hand und berufen sich auf allgemein zugängliche Informationen. Sie sagten, dass die Verluste der LBBW auch durch kriminelle Handlungen des siebenköpfigen Managements verursacht worden seien. Außer gegen die Vorstände der LBBW seien auch Strafanzeigen gegen die Vorstandsmitglieder anderer Landesbanken gestellt worden. Die Namen der anderen Institute wollte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft nicht preisgeben.

Ein Sprecher der LBBW sagte, die Bank sehe keine Anhaltspunkte für ein Fehlverhalten. Im einzelnen wolle sich das Institut jedoch nicht zu den Vorwürfen äußern.

Die Landesbank ist wie andere staatliche Kreditinstitute im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise in Schieflage geraten und braucht in den kommenden Monaten fünf Milliarden Euro frisches Kapital von ihren Eignern. Im laufenden Jahr summiert sich der Verlust auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro. Die LBBW gehört dem Land Baden-Württemberg, den Sparkassen und der Stadt Stuttgart.

Die Landesbanken in der Übersicht

Die Eigner wollen am Freitag einen Gutachter einsetzen, der die Bilanz der Bank unter die Lupe nimmt - zusätzlich zum Abschlussprüfer PricewaterhouseCoopers. Damit soll geklärt werden, ob und welche weiteren Risiken in den Büchern schlummern.

ssu/Reuters