Strafzahlung: Boeing kauft sich Unschuld - DER SPIEGEL
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Strafzahlung Boeing kauft sich Unschuld

Mit einer Strafzahlung in Millionenhöhe hat Boeing die Affäre um die illegale Beschaffung von Unterlagen zu Raketenprogrammen des Pentagons aus der Welt geschafft. Der US-Flugzeughersteller muss nicht einmal mehr ein Schuldbekenntnis ablegen.
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Brüssel - Bis zum Schluss haben die Anwälte hart verhandelt, und es gelang ihnen, die Kosten noch einmal zu drücken. Am Ende einigten sich nach einem Bericht des "Wall Street Journal" die Beteiligten schließlich auf eine Zahlung von 615 Millionen Dollar.

Damit liegt das Bußgeld noch unter der von der Regierung als Mindeststrafe vorgeschlagenen Summe von 750 Millionen Dollar. Boeing, dessen Anwälte dem "Wall Street Journal" zufolge stets die Unschuld beteuert aber immerhin ein Fehlverhalten eingeräumt hatten, wollte zunächst bislang allenfalls 500 Millionen Dollar bezahlen.

Mit der Zahlung würde die US-Justiz die Vorwürfe fallen lassen, dass Boeing sich mehrere Tausend Seiten geheimer Dokumente des Konkurrenten Lockheed Martin auf illegalen Wege besorgt habe, in denen es um Raketenprogramme gehe. Außerdem habe der Konzern unerlaubt eine hohe Luftwaffenbeamtin angestellt, obwohl diese noch für milliardenschwere Verträge der US-Luftwaffe mit Boeing verantwortlich war.

Boeing muss dank des Vergleichs nun weder ein Schuldbekenntnis ablegen noch muss das Unternehmen mit einer Anklage rechnen. Boeing war wegen der Skandale bereits mehrere Monate von Geboten für einige Pentagon-Aufträge ausgeschlossen worden. Der frühere Boeing-Finanzchef Michael Sears und die Beschaffungsbeamtin Darleen Druyun waren zu Gefängnisstrafen verurteilt worden.

mik/dpa