Strategiewechsel Vodafone entdeckt das Festnetz
London - Ab Januar könnten Handyvertragskunden für umgerechnet 38 Euro zusätzlich zu den Kosten für das Mobiltelefon zuhause über das Festnetz mit dem Computer im Internet surfen und unbegrenzt telefonieren, berichtet die Tageszeitung "Die Welt". Wie die meisten Breitband-Anbieter investiere Vodafone nicht in ein eigenes Netz, sondern miete die Leitungskapazität bei British Telecom (BT).
Mit seinem neuen Angebot wolle Vodafone nicht über den Preis Kunden gewinnen, sondern über den Kundendienst, berichtet das Blatt weiter. Neukunden sollten spätestens nach zehn Tagen angeschlossen werden, lautete das Versprechen des Unternehmens. Bei Carphone Warehouse, mit acht Millionen Kunden der größte Wiederverkäufer von Handyverträgen, dauert der Anschluss bis zu drei Monate. Das Unternehmen hatte als erstes seinen Kunden einen kostenlosen Breitbandinternetzugang versprochen, wenn die Kunden ihren Telefonanschluss wechseln.
In drei bis vier Jahren solle das Festnetz zehn Prozent zum Konzernumsatz beitragen, zitiert "Die Welt" eine Schätzung von Vodafone-Chef Arun Sarin. In Großbritannien ist bereits jeder zweite Haushalt an das Hochgeschwindigkeitsinternet angeschlossen, entweder per aufgerüstetem Kupferkabel oder über das Fernsehkabel.
Breitbandmarktführer British Telecom hoffe, mit Hilfe von Vodafone den Verlust von Marktanteilen stoppen zu können: Konkurrenten wie AOL, Carphone Warehouse, France Télécom-Tochter Orange, der Fernsehkabelbetreiber NTL und der Satellitensender BskyB haben zuletzt aufgeholt. BTs Anteil am Neukundengeschäft ist im dritten Quartal von 30 auf 25 Prozent gesunken. 2007 will die Telefonica-Mobilfunktochter O2 ebenfalls einen Festnetzzugang anbieten.
mik