Streik-Drohung: Lokführer stellen Bahn neues Ultimatum - DER SPIEGEL
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Streik-Drohung Lokführer stellen Bahn neues Ultimatum

Der 30-Stunden-Streik ist zu Ende, doch die Lokführer bleiben hart: Bis Montag 15 Uhr muss die Bahn ein verbessertes Angebot vorlegen, fordert die Gewerkschaft GDL. Andernfalls soll die Arbeit erneut niedergelegt werden. Gestern und heute traf der Arbeitskampf insgesamt 2,7 Millionen Pendler.
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Hamburg - Wenn die Bahn ein neues Angebot vorlegt, will die GDL auf dessen Grundlage über weitere Streiks entscheiden. Die Frist dafür sei Montag um 15 Uhr, sagte der stellvertretende Gewerkschaftsvorsitzende Claus Weselsky. "Der Bahnvorstand muss nun endlich ein verbessertes Angebot vorlegen."

Der Konzern muss sich damit auf weitere Arbeitskampfmaßnahmen einstellen. Gestern und heute sind durch den 30-stündigen Streik der Lokführer nach Unternehmensangaben insgesamt 18.000 Regionalzüge und S-Bahnen ausgefallen. Etwa jeder zweite Zug sei nicht gefahren, sagte Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch. Von dem Ausstand seien etwa 2,7 Millionen Pendler betroffen gewesen.

Den wirtschaftlichen Schaden für die Bahn bezifferte Rausch auf mehr als zehn Millionen Euro. An den Arbeitsniederlegungen hätten sich 2500 Lokführer beteiligt, 55 Prozent von ihnen in Ostdeutschland.

Offiziell ging der Streik heute Morgen um acht Uhr zu Ende. Seitdem wird der Zugbetrieb langsam wieder hochgefahren. Doch erst am Nachmittag wird die Bahn wieder das volle Angebot zur Verfügung stellen. Im Gegensatz zur GDL gehe er davon aus, dass bis zum nächsten Freitag nicht mehr gestreikt werde.

Die Lokführer bestehen allerdings auf einen eigenen Tarifvertrag - und scheinen dafür zu allem bereit. Nach Angaben eines Gewerkschaftsfunktionärs würde die GDL den Streik auch dann nicht beenden, wenn die Bahn eine Gehaltserhöhung von 31 Prozent anböte. "Das lehne ich ab", sagte der Bezirkschef von Sachsen, Berlin und Brandenburg, Hans-Joachim Kernchen, auf N24. Es gehe der GDL nicht nur um das Geld. "Wir wollen einen eigenen Tarifvertrag."

Am kommenden Freitag entscheidet das sächsische Landgericht über die Zulässigkeit von Streiks im Fern- und Güterverkehr. Wenn es zu einem positiven Gerichtsbeschluss käme, werde die GDL selbstverständlich streiken, sagte Kernchen. Im Falle eines negativen Gerichtsbescheids bliebe der Gewerkschaft nur, erneut den Nahverkehr zu bestreiken.

In den kommenden drei Tagen bis einschließlich Montag wird es laut GDL aber keine neuen Streiks geben.

wal/dpa/Reuters/AP/AFP/ddp

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