Streik: Unionsländer sagen Ver.di den Kampf an - DER SPIEGEL
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Streik Unionsländer sagen Ver.di den Kampf an

Nach zwei Wochen Streik im Öffentlichen Dienst wollen beide Seiten heute wieder verhandeln. Eine Einigung ist unwahrscheinlich - Landesminister von CDU und CSU lehnen Kompromisse ab und hoffen, dass die Streikkasse bald leer ist.
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Hamburg -  "Wir haben einen langen Atem", sagte der bayrische Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) der "Bild"-Zeitung. "Solange sich Ver.di nicht bei der Arbeitszeit bewegt, sehe ich überhaupt keine Kompromissmöglichkeiten."  

Sein baden-württembergischer Amtskollege Gerhard Stratthaus (CDU) betonte: "Mehr Geld für längere Arbeitszeiten - das darf es nicht geben." Es sei einem jungen gesunden Menschen zuzumuten, dass er "ein paar Minuten länger am Tag arbeitet". Vor dem heutigen Spitzengespräch verschärfen die Unionsländer so die Tonart im Arbeitskampf des Öffentlichen Dienstes

Der Streik hat Ver.di nach Informationen der "Bild"-Zeitung bis zum Wochenende bereits rund elf Millionen Euro gekostet. Die Gewerkschaft hatte in den vergangenen Tagen mit Streiks in mehreren Bundesländern Druck auf die Arbeitgeber gemacht. Zentraler Streitpunkt ist die geplante Verlängerung der Arbeitszeiten von 38,5 auf 40 Stunden.

Der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) äußerte ähnlich wie andere Vertreter von Landesregierungen Unverständnis für die Streiks. "Wer glaubt, über eine Verringerung der Arbeitszeit dauerhaft mehr Beschäftigung erreichen zu können, wird dauerhaft keinen Erfolg haben", sagte Koch am Wochenende in Frankfurt am Main.

In der vorigen Woche hatten mehr als 30.000 Beschäftigte bei dem größten Streik des Öffentlichen Dienstes seit 14 Jahren die Arbeit in mehr als der Hälfte der Länder niedergelegt. Nun droht eine weitere Ausweitung. Hessens Ver.di-Chef Jürgen Bothner sagte der Nachrichtenagentur dpa, die Gewerkschaft werde die Forderung der Arbeitgeber nach einer 40-Stunden-Woche auch in Hessen, wo es bislang keinen Arbeitskampf gibt, mit Streik beantworten. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben, wir sind vorbereitet."

Auch die Gewerkschaft stellt sich nach Angaben von Bothner bundesweit auf einen langen Arbeitskampf ein. Die Streikenden seien hoch motiviert, "da steckt richtig Unmut und Wut mit drin".

Heute gegen Mittag wollen sich der Ver.di-Chef, Frank Bsirske, und der Vorsitzende der Tarifgemeinschaft der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), treffen, um über eine Lösung zu verhandeln.

itz/AFP/dpa