Streit bei Infineon Vorstandschef will Aufsichtsratsmitglied feuern
München - Nach Angaben des Magazins "Capital" hat Kley dem Aufsichtsrat in einem Schreiben mit einem Amtsenthebungsverfahren und Schadenersatzforderungen angekündigt. Der Infineon-Chef ärgere sich darin über Äußerungen Scheitors im Anschluss an die Ablösung des früheren Infineon-Vorstandsvorsitzenden Ulrich Schumacher. Nach dem Rauswurf Ende März ließ sich der IG-Metall-Mann mit den Worten zitieren: "Schumachers polarisierende Art und seine unbedachten Prognosen haben in den vergangenen Jahren viel Porzellan zerschlagen". Der geschasste Chef sei berüchtigt gewesen "für seinen selbstherrlichen Führungsstil".
Kley sieht in diesen Äußerung dem Magazin zufolge einen Verstoß gegen die Schweigepflicht. Der Konzern den Bericht zunächst nicht kommentieren, Scheitor bestätigte dagegen das Schreiben. Es habe ihn allerdings "nicht beunruhigt", sagte er. "Ich bin lange genug Aufsichtsrat um zu wissen, wie ich mit der Geheimhaltungspflicht umzugehen habe", sagte Scheitor. Als Aufsichtsräte seien die Gewerkschaftsvertreter aber "keine Geheim-Räte". "Wir sehen uns nicht nur dem Unternehmen verpflichtet, sondern zugleich auch der Belegschaft und der Öffentlichkeit", so Scheitor.