Streit im Airbus-Konsortium A3XX steht auf der Kippe
Berlin - Der Aufsichtsrat der Airbus Industrie hat sein Treffen auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin abgesagt. Von dem Gremium war eigentlich eine Entscheidung zum offiziellen Verkaufsstart des Großflugzeuges A3XX erwartet worden. Airbus-Sprecher sagten nun, die Entscheidung über den Projektstart werde doch nicht auf der ILA, sondern frühestens während der Flugschau im britischen Farnborough vom 24. bis 30. Juli fallen.
Probleme bereiten dem Airbus-Konsortium die künftigen Besitzverhältnisse am geplanten Konzern Airbus Integrated. Die Briten drängen darauf, ihren Anteil bei der Umwandlung von Airbus zu erhöhen. Neben der Struktur des neuen Gemeinschaftsunternehmens ist auch noch die sensible Frage zu klären, in welchem Partnerland welche Teile des A3XX gefertigt und montiert werden sollen. Auch hier ist offenbar noch keine Einigung erzielt worden.
Airbus-Mehrheitseigner ist mit rund 80 Prozent der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS, zu dem sich die DaimlerChrysler-Tochter Dasa, der französische Konzern Aerospatiale Matra und die spanische Casa zusammengeschlossen haben. Einen deutlich kleineren Anteil hält die britische BAe Systems mit 20 Prozent.
Der Börsengang des größten Airbus-Partners EADS, der für den 10. Juli geplant ist, könnte durch die Unsicherheiten im Airbus-Konsortium belastet werden. Noch am Mittwoch hatten die Chefs von EADS, Philippe Camus und Rainer Hertrich, den Bau des A3XX für "unverzichtbar" erklärt.