Streit mit Italienern HVB-Aufseher Schmidt wirft hin
München - Der frühere Vorstandsvorsitzende habe seine Entscheidung auf einer Aufsichtsratssitzung verkündet, sagte ein HVB-Sprecher am Abend. Eine offizielle Begründung für die Entscheidung gab es von Seiten der Bank nicht.
Laut Finanzkreisen zog er aber die Konsequenzen aus der bevorstehenden Übernahme. Schmidt hatte auf der entscheidenden Aufsichtsratssitzung gegen die Fusion gestimmt und auch angekündigt, seine eigenen HVB-Aktien nicht in UniCredit- Anteilsscheine tauschen zu wollen. Damit stellte sich Schmidt offen gegen seinen Nachfolger Dieter Rampl, der heute die Bank führt. Dafür wurde Schmidt auch vom Betriebsrat in einem offenen Brief kürzlich scharf kritisiert und indirekt zum Rücktritt aufgefordert.
Altlasten in Milliardenhöhe
Mit seiner Position konnte sich Schmidt nicht durchsetzen. In den vergangenen Wochen gelang es UniCredit, mehr als 80 Prozent der HVB-Aktien zu übernehmen. Damit ist die bisher größte grenzüberschreitende Bankenfusion in Europa so gut wie perfekt.
Ein Ende von Schmidts Amtszeit war damit ohnehin in Sicht. Es gilt als ausgemacht, dass UniCredit-Chef Alessandro Profumo den Vorsitz im HypoVereinsbank-Aufsichtsrat übernimmt, sobald die Übernahme vollzogen ist. Schmidt war ein Posten im Aufsichtsrat der neuen UniCredit angeboten worden. Dies lehnte er aber erwartungsgemäß ab, zumal Rampl den Vorsitz in dem Gremium übernehmen soll.
Schmidt hatte die frühere Bayerische Vereinsbank als Vorstandsvorsitzender in die Fusion mit der Hypo-Bank geführt. In seiner Amtszeit übernahm die neue HypoVereinsbank unter anderem erfolgreich die Bank Austria. Er hinterließ seinem Nachfolger Rampl aber auch Immobilien-Altlasten in Milliardenhöhe.