Streit um Arbeitszeit Bau-Tarifverhandlungen ausgesetzt
Wiesbaden - Ein Termin zur Fortsetzung der Verhandlungen sei nicht vereinbart worden, sagte Knoche. Die Gewerkschaft habe ihr Modell der Jahresarbeitszeit auf der Basis der 39-Stundenwoche vertreten, die Arbeitgeber wollten hingegen Öffnungsklauseln, die in einzelnen Betrieben auch höhere Arbeitszeiten erlaubten.
Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandelten bereits in der fünften Runde. Das letzte Treffen war im November in Berlin vertagt worden. Die IG BAU fordert die Sicherung ganzjähriger Beschäftigung bei durchgehender Bezahlung. Damit soll verhindert werden, dass Hunderttausende Bauarbeiter zu Arbeitslosengeld-II-Beziehern werden. Dafür hat die Gewerkschaft bislang keine Lohnforderung vorgelegt.
Die Arbeitgeber streben eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit von 39 auf 42 Stunden an, was die IG BAU bislang ablehnt. Längere Arbeitszeiten sollen aber nicht pauschal beschlossen, sondern in Form von betrieblichen Bündnissen oder jeweils vor Ort vereinbart werden. Mit der Hartz-IV-Reform müssen Erwerbstätige binnen zwei Jahren mindestens zwölf Monate lang beschäftigt sein, um das volle Arbeitslosengeld zu erhalten. Laut IG BAU ist das für zahlreiche Bauarbeiter nur schwer erreichbar, weil sie je nach Wetterlage entlassen werden.