Strittiger Gasprom-Deal US-Milliardär verklagt BASF
Frankfurt am Main - Die Klage wurde in Deutschland von der Firma Moncrief Oil International eingereicht, deren Chef Richard Moncrief unter anderem Öl- und Gasquellen in Texas, Wyoming und Aserbaidschan kontrolliert. Er beschuldigt die BASF AG und ihre Öl- und Gastochter Wintershall, sie hätten Rechte am Gasfeld Juschno Russkoje erlangt, die eigentlich ihm selbst zustünden. BASF zeigte sich gelassen, die Klage war erwartet worden.
BASF und Wintershall sollen laut Moncrief in den Jahren 2004 und 2005 den russischen Gasprom -Konzern dazu bewegt haben, Moncriefs Rechte zu missachten. Nun will der Texaner unter anderem Schadenersatz zum Ausgleich für die verlorenen Eigentumsrechte erstreiten. Dass ihm die Rechte zurück übertragen werden, erwartet er nicht mehr.
Moncrief behauptet, mit einer Gasprom-Tochter bereits 1997 in einem Vertrag die gemeinsame Ausbeutung des westsibirischen Ergasvorkommens ausgehandelt zu haben. Das US-Unternehmen erhebt Anspruch auf 40 Prozent an dem Gasfeld.
BASF hat nach eigenen Angaben bislang noch keine Klageschrift erhalten. Dem Konzern seien die Vorwürfe aber bekannt, sagte ein Sprecher. "Zur Berechtigung dieser Ansprüche können wir nichts sagen", fügte er hinzu und wies darauf hin, dass eine Klage von Moncrief in den USA in der ersten Instanz abgewiesen worden sei.
Die Vereinbarungen mit Gasprom sieht der Ludwigshafener Konzern nicht beeinträchtigt. "Für eine Klage der Moncrief gegen BASF in Deutschland können wir keine Rechtsgrundlage erkennen", sagte der Sprecher.
BASF hatte vor einigen Monaten bei den deutsch-russischen Konsultationen in Tomsk mit Gasprom eine Beteiligung von Wintershall an Juschno Russkoje vereinbart. Dieses Feld soll förderbare Reserven von mehr als 600 Milliarden Kubikmeter Erdgas enthalten. Aus dem Gasfeld soll erstmals 2008 Gas strömen. Zurzeit laufen Bohrarbeiten.
itz/Reuters