Stromausfall E.on glaubt an menschliches Versagen
Bonn - Der gesamte Störungsverlauf konnte den Angaben zufolge weitgehend nachvollzogen werden. Technische Fehlfunktionen wurden dem Bericht zufolge nicht festgestellt. Eine unzureichende Instandhaltung oder mangelnde Investitionen könnten damit als Ursache ausgeschlossen werden. Letzte Details müssten aber noch untersucht werden.
Vor der planmäßigen Abschaltung einer Höchstspannungsleitung über die Ems bei Papenburg sei fälschlicherweise angenommen worden, dass eine Überlastung des Netzes selbst beim Ausfall einer weiteren Leitung ausgeschlossen sei. Die E.on-Netzleitstelle habe die jeweilige Situation zwar grundsätzlich ordnungsgemäß beurteilt, aber unter hohem Zeitdruck nicht alle technischen Hilfsmittel für eine umfassende Lagebewertung genutzt, hieß es in dem Bericht. Eine halbe Stunde später seien schließlich Überlastungen einer anderen Leitung aufgetreten, deren Ursache bisher nicht geklärt sei, teilte E.on mit.
Bei dem Blackout waren Teile der kontinentaleuropäischen Stromversorgung für eine knappe Stunde ausgefallen. Betroffen waren etwa zehn Millionen Menschen. Dem Stromausfall ging die Abschaltung der Leitung im Emsland voraus, die vorgenommen worden war, um einem Kreuzfahrtschiff die Überführung aus der Werft in die Nordsee zu ermöglichen. Führende Politiker hatten den großen Energiekonzernen in den Tagen danach vorgeworfen, nicht genügend in die Wartung und den Ausbau ihrer Netze zu investieren.
mik/dpa-AFX/Reuters