Strompreise: Konzerne wollen Manipulationsvorwürfe entkräften - DER SPIEGEL
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Strompreise Konzerne wollen Manipulationsvorwürfe entkräften

Verbraucherschützer stehen der Leipziger Strombörse schon lange skeptisch gegenüber - zu undurchsichtig sind bislang die Mechanismen der Preisgestaltung. Um dem Vorwurf der Manipulation zu begegnen, wollen die  Stromkonzerne den Handel jetzt transparenter machen.
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Berlin - Die Aktion soll das Vertrauen der Verbraucher wieder herstellen. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), das dem "Handelsblatt" vorliegt, kündigen E.on, RWE, EnBW und Vattenfall an, zukünftig wesentliche Betriebsdaten ihrer Stromerzeugungsgesellschaften zu veröffentlichen. Man werde die zusätzlichen Daten über die Plattform der EEX börsentäglich im Internet bereitstellen.

Man wolle damit die Vorwürfe entkräften, die Energiekonzerne manipulierten die Preise an der Börse, heißt es in dem Brief weiter. Die neuen Transparenzregeln sollen bereits ab dem 10. April gelten.

In einer Auflistung, die dem Schreiben beigefügt ist, sind die einzelnen Maßnahmen definiert. Die Unternehmen wollen künftig börsentäglich ab zehn Uhr morgens die verfügbaren Kapazitäten für die nächsten 365 Tage veröffentlichen. Ab 16.30 Uhr sollen zudem die tatsächlich erzeugten Strommengen der letzten sieben Kalendertage angegeben werden. Die Daten werden nach Energieträgern aufgeschlüsselt. Auch täglich aktualisierte Meldungen über Ausfälle, planmäßige Stillstände und Revisionen gehören zum Angebot.

Stromverbraucher hatten den Energiekonzernen in den vergangenen Monaten immer wieder vorgeworfen, die vier großen Stromerzeuger nutzten die mangelnde Liquidität des Marktes, um die Preise zu manipulieren. 2005 waren die Notierungen der Terminkontrakte für Stromlieferungen im Jahr 2006 um 50 Prozent auf über 50 Euro je Megawattstunde gestiegen. Nach Einschätzung der Verbraucher kann die Preisbildung nur nachvollzogen werden, wenn alle Marktteilnehmer wissen, welche Erzeugungskapazitäten aktuell zur Verfügung stehen.

Werde etwa unangemeldet ein Kraftwerk aufgrund von lange vorhersehbaren Revisionsarbeiten vom Netz genommen, löse die dadurch entstehende Verknappung des Angebotes irrationale Preissprünge aus.

mik/dpa-AFX