Studie: Bei Sonne steigen die Aktien - DER SPIEGEL
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Studie Bei Sonne steigen die Aktien

Wenn die Sonne scheint, machen die Anleger höhere Gewinne, haben amerikanische Forscher herausgefunden. Womit wieder mal bewiesen wäre: Die Börse ist reine Psychologie.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

In einer Langzeitstudie von 1982 bis 1997  haben Psychologen der Ohio State University und der University of Michigan die Bewegungen an den Aktienmärkten von 26 Ländern ausgewertet. Das Ergebnis: An Tagen, an denen morgens die Sonne schien, haben Anleger deutlich höhere Gewinne gemacht als an bewölkten Tagen.

An der Wall Street habe der durchschnittliche Gewinn an sonnigen Tagen 24,8 Prozent betragen, an düsteren Tagen hingegen nur 8,7 Prozent, berichtet das Magazin "New Scientist". Weltweit legten die Aktien unter Sonneneinfluss sogar eine Rallye von durchschnittlich 45 Prozent hin, sonst nur 16,2 Prozent. Diese Zahlen sind allerdings nicht um die teilweise sehr hohen Inflationsraten bereinigt.

Die Bewohner Südostasiens und Australiens reagieren weniger stark auf die Sonne. Das liege vielleicht an der höheren Luftfeuchtigkeit, mutmaßt David Hershleifer, der verantwortliche Forscher von der Ohio State University.

Anlegern dürfte die Erkenntnis allerdings wenig bringen. Jetzt, da die Wahrheit bekannt ist, würden die Investoren sie natürlich mit einkalkulieren. "Die Verbreitung dieses Ratschlags wird seinen Effekt verpuffen lassen", zitiert das Magazin Paul Webley, Professor für Wirtschaftspsychologie an der University of Exeter.

Webley weist auch noch auf eine Variable hin, die die Stimmung der Trader immer mehr beeinflusst: "Je mehr die Geschäfte am Computerbildschirm abgewickelt werden, desto wichtiger werden Grafiken, die Optimismus oder Pessimismus wecken."