Studie: Düstere Zukunft für PayTV - DER SPIEGEL
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Studie Düstere Zukunft für PayTV

In einer Studie geben Experten dem Bezahlfernsehen in Deutschland kaum eine Chance. Den Verkauf von Kirchs Abosender Premiere dürfte das kaum beflügeln.
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Hamburg - Pay-TV werde künftig einen noch schwereren Stand haben, da das interaktive Fernsehen in Deutschland eine immer größere Bedeutung bekomme, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie der Hamburger Unternehmensberatung Mummert + Partner. Bis 2005 werde bereits die Hälfte der 36 Millionen deutschen Fernsehhaushalte digitales Fernsehen nutzen. Viele Filme, die bislang im Pay-TV zu sehen gewesen seien, könnten sich TV-Zuschauer dann aus dem Internet holen. Bis 2010 werde nach einem Beschluss der Bundesregierung der Übergang vom analogen zum digitalen Fernsehen endgültig vollzogen sein.

Ein weiteres Problem für die Wirtschaftlichkeit eines Pay-TV-Senders ergebe sich aus der mangelnden Verfügbarkeit exklusiver Inhalte, heißt es in der Studie. So seien zum Beispiel Großereignisse wie Sportübertragungen dank starker politischer Lobby in Deutschland im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen. Teure Investitionen für Film- und Sportrechte lohnten deshalb kaum. "Die Lokomotivfunktion für andere Angebote des Senders konnte der Fußball nicht erfüllen", folgert die Unternehmensberatung. Für Premiere komme erschwerend hinzu, dass der Entschlüsselungscode leicht zu knacken sei.

Das Beispiel Großbritannien zeige, dass interaktives Fernsehen Zukunft habe. Der Satellitensender BSkyB des Medienunternehmers Rupert Murdoch mit interaktiven Angeboten wie Internet-Glücksspielen habe seit 1999 mehr als zehn Millionen Zuschauer gewonnen, hieß es in der Studie. Gut ein Drittel der Bundesbürger werde nach Umfragen weniger Videos kaufen und weniger Zeit vor dem PC verbringen, wenn sich interaktive Fernsehprogramme durchsetzten. Bis 2005 prognostiziert die Unternehmensberatung einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro für interaktive TV-Plattformen.

Die angeschlagene Pay-TV-Sparte der KirchGruppe sucht nach der Zahlungsunfähigkeit des Kerngeschäfts KirchMedia in Verhandlungen mit Investoren und Gläubigern einen Ausweg aus der Krise.