Studie Jedes dritte deutsche Unternehmen versagt in den USA
Frankfurt am Main - Jedes dritte deutsche Unternehmen vernichtet mit einer verlustbringenden US-Tochter Teile seines Firmenwertes. Dies geht aus einer Studie der Düsseldorfer Unternehmensberatung Droege & Co. hervor, die dem "Handelsblatt" vorliegt. Untersucht wurden mehr als 500 deutsche Unternehmen und ihre amerikanischen Töchter.
Hauptgrund der Schwierigkeiten sei, dass deutsche Unternehmen dem US-Geschäft eine zu niedrige Priorität einräumten. "Sie investieren zu wenig, halten das US-Management an der kurzen Leine und versuchen, ein deutsches Erfolgsmodell auf den US-Markt zu übertragen", sagt Andreas Back, der Leiter der Studie. Dabei messe sich die Weltmarktfähigkeit eines Unternehmens vor allem daran, wie es in den USA abschneide.
Als Negativ-Beispiele nennt die Studie den Softwarehersteller Intershop, der gerade seine Firmenzentrale aus San Francisco zurück nach Jena verlegt hat, die MWG Biotech AG, den Einzelhandelskonzern Tengelmann und das Software-Unternehmen Gauss Enterprise.
Nur 40 Prozent der befragten Firmen konnten ihren Wert durch das US-Geschäft vergrößern. 28 Prozent machen weder Gewinn noch Verlust, und 32 Prozent verringerten ihren Wert.
Unter den zehn sehr guten Kandidaten finden sich die Siemens-Tochter Siemens Automotive und die US-Filiale des Sportwagenherstellers Porsche. Auch die Heidelberger Druckmaschinen AG wurde ausdrücklich gelobt. Die Autonomie der US-Töchter sei sehr hoch, der Großteil der Mitarbeiter seien Amerikaner.