Studie zu Arbeitsämtern: Vermittlungsquote bricht drastisch ein - DER SPIEGEL
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Studie zu Arbeitsämtern Vermittlungsquote bricht drastisch ein

Die Bedeutung der staatlichen Arbeitsvermittlung nimmt nach einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft trotz des kostspieligen Umbaus der Bundesagentur für Arbeit kontinuierlich ab. Seit dem Beginn Nürnberger Reformen 2002 habe sich ihre Vermittlungsquote fast halbiert.
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Berlin - Nur noch 18 Prozent aller Arbeitslosen, die wieder einem Job nachgehen, fänden durch die klassische Vermittlung der Arbeitsagenturen zurück in die Berufswelt, so das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie. Auch der Marktanteil der Ämter bei der Besetzung offener Stellen sinke in Richtung des einstelligen Bereichs. So sei zuletzt nur noch gut jeder zehnte neue Mitarbeiter von der Bundesagentur für Arbeit (BA) vermittelt worden.

Zurückgegangen sei auch der so genannte Einschaltungsgrad der BA: "Neu besetzten Arbeitsplätzen stehen immer weniger von den Agenturen erfolgreich vermittelte oder von den Unternehmen zurückgezogene Stellen gegenüber." Nachdem der Bundesrechnungshof Anfang 2002 festgestellt hatte, dass die damalige Bundesanstalt für Arbeit ihre Vermittlungsstatistik gefälscht hatte, sollte die Behörde zu einem modernen und effizienten Dienstleister umgebaut werden. So sollen sich mehr Mitarbeiter um die tatsächliche Arbeitsvermittlung kümmern.

Das IW machte für die nachlassende Bedeutung der BA nicht nur hausgemachte Probleme, sondern auch die Veränderung der Arbeitswelt insgesamt verantwortlich. So kämen für immer mehr Arbeitsplätze nur noch Hochqualifizierte in Frage. Solche Stellen seien aber auch schon früher an den Arbeitsämtern vorbei besetzt worden, etwa über Zeitungsanzeigen. Außerdem hätten Arbeitssuchende heute weit bessere Möglichkeiten, sich selbst um einen neuen Job zu bemühen. So hätten sich im vergangenen Jahr 58 Prozent der Arbeitslosen ihre neue Stelle selbst gesucht, etwa im Internet.

Weiter schrieben die IW-Forscher, angesichts der abnehmenden Bedeutung der BA solle das Geld besser ausgegeben werden für eine Intensivbetreuung Langzeitarbeitsloser durch zusätzliche Fallmanager: "Für solche Aufgaben ist derzeit kein entsprechend ausgebildetes Personal vorhanden", monierten die IW-Forscher.