Subventionsstreit Airbus kritisiert US-Staatshilfe für 7E7
Paris - Er sei ernsthaft besorgt über das Niveau der Subventionen für die geplante Boeing 7E7 ("Dreamliner"), sagte der Co-Chef des Rüstungs- und Luftfahrtkonzernes EADS , Philippe Camus, vor der Fachpresse in Paris. Seinem Eindruck nach widersprächen die US-Hilfen sowohl Verträgen der EU mit den USA als auch den Regeln der Welthandelsorganisation WTO. Mit der 7E7 will Boeing die verlorene Führung im Geschäft mit der Zivilluftfahrt zurückgewinnen.
Für die 7E7 habe es "eine Serie von Hilfen" unterschiedlichster Art gegeben, sagte Camus, ohne das mit Zahlen zu belegen. "Man muss prüfen, ob sie mit dem Abkommen von 1992 vereinbar sind", in dem die EU und die USA die Frage der Staatshilfen für den Bau von Verkehrsflugzeugen mit mehr als 100 Sitzen geregelt hatten.
Verhandlungsrunde Mitte des Monats
Das Abkommen erlaubt den Europäern, bis zu 33 Prozent der Entwicklungsaufwendungen im Flugzeugbau als Kredit mit 17 Jahren Laufzeit vorzuschießen. Die USA können über ihre Raumfahrt- und Militärprogramme bis zu drei Prozent des Umsatzes der Hersteller in der Zivilluftfahrt abdecken.
Bis Ende 2003 hatte EADS nach eigenen Angaben 4,9 Milliarden Euro Kredithilfen getilgt. Davon entfielen alleine 2,2 Milliarden auf das Großflugzeug A380. Am 16. September treffen sich in Brüssel Vertreter der USA und der EU zu Gesprächen über das Subventionsabkommen.