Südafrika: Einigung um Aids-Medikamente in Sicht - DER SPIEGEL
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Südafrika Einigung um Aids-Medikamente in Sicht

Im Konflikt um billige Nachahmerpräparate (Generika) zur Aids-Bekämpfung in Südafrika haben Pharmaindustrie und Regierung Kompromissbereitschaft signalisiert. Trotzdem ist noch ein zähes Ringen um eine Einigung zu erwarten.
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Pretoria - Es gebe gute Chancen, dass eine Einigung noch im Laufe des Tages erreicht werde, hieß es am Mittwoch aus Kreisen der Pharmaindustrie. Voraussetzung dafür sei Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten. Auch ein Vertreter des Büros von Südafrikas Präsident Thabo Mbeki sagte, die Einigung sei absehbar.

Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, mehrere Pharmakonzerne seien bereit, ihre Klage gegen die südafrikanische Regierung fallen zu lassen, sollte diese sich im Kampf gegen Aids an die internationalen Gesetze halten.

In dem Prozess, der am Mittwoch fortgesetzt werden sollte, geht es um die Herstellung und den Import von Generika gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Der südafrikanische Verband der Pharmaproduzenten hat gegen ein 1997 von der südafrikanischen Regierung erlassenes Gesetz geklagt, das die Herstellung und den Import von Aids-Generika erlaubt. Die Firmen sehen dadurch ihre Patenrechte verletzt.

Aids-Aktivisten und Hilfsorganisationen werfen der Pharmaindustrie dagegen Profitgier auf Kosten der Erkrankten vor. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig der Polemik. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung hatte die Pharmaindustrie in den vergangenen Wochen schon starke Preisnachlässe um 80 Prozent und mehr angekündigt.

Erst vor zwei Wochen waren die Vertreter der Pharmakonzerne Glaxo Smith Kline, Bristol-Myers Squibb, Pfizer, Roche, Boehringer Ingelheim und Abbott mit Uno-Generalsekretär Kofi Annan zusammengetroffen. Die Industrie signalisierte noch einmal ihren Willen zu Abgabepreisen, die sich an den Herstellungskosten orientieren.

In Südafrika hält man dieses Angebot aber bei weitem nicht für ausreichend. Selbst die im Preis reduzierten Mittel seien immer noch weitaus teurer als vergleichbare Nachahmerprodukte (Generika) wie die Billigangebote aus Indien. Die indischen Generika-Hersteller Cipla und Hetero verlangten zum Beispiel für die Virus hemmende Aids-Kombinationstherapie teilweise nur 350 Dollar, während das im Preis reduzierte Angebot der Großkonzerne noch bei mehr als 1000 Dollar liege.