Südafrika Hamburger Finanzjongleur vor der Auslieferung?
Kapstadt - Harksen sitzt seit Gründonnerstag unter Betrugsverdacht in einer Polizeizelle. Medien-Spekulationen, wonach der von Deutschlands Justiz seit langem gesuchte Harksen nun freiwillig in seine Heimat zurückkehren könnte, wollte sein Rechtsbeistand weder dementieren noch bestätigen. "Ich kann dazu jetzt noch keinen Kommentar abgeben", erklärte Anwalt Paul Katzeff. Er wird Harksen an diesem Donnerstag vor dem Gericht vertreten, das über seine Freilassung auf Kaution entscheiden soll.
Der 1993 nach Südafrika geflüchtete Harksen soll mindestens 70 Anleger um insgesamt rund 32,7 Millionen Euro geprellt haben. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hatte ihn in Abwesenheit wegen Betruges in mehr als 200 Fällen angeklagt, um eine Verjährung der Taten zu verhindern. Von den südafrikanischen Behörden wurde Harksen aber nur deshalb in Kapstadt festgenommen, weil er jetzt auch in Südafrika Anleger über den Tisch gezogen haben soll. Nach unbestätigten Berichten werfen ihm dort ansässige deutsche Unternehmen Betrug in Millionenhöhe vor. Seit seiner Flucht hat sich Harksen mit Hilfe seiner Anwälte erfolgreich gegen seine Auslieferung an Deutschland zur Wehr gesetzt. Zwischen Südafrika und Deutschland besteht kein Auslieferungsabkommen.