Sun-Innovationen Gute Ideen, mäßige Marktchancen
Sun will Marktführer Microsoft bei Betriebssystemen und Office Software mit einem eigenen Angebot Konkurrenz machen. Für 100 Dollar je Lizenz bietet Sun ein auf Linux basierendes Betriebssystem mit aller für den täglichen Gebrauch notwendigen Software an. Zudem entwickelt das Unternehmen neue Features wie einen dreidimensionalen Desktop, auf dem sich Programmfenster und Ordern frei rotieren lassen.
Problem: Viele Analysten fragen sich, warum die Welt eine weitere Linux-Version benötigt und ob ein angeschlagenes Unternehmen wie Sun so viel Energie und Ressourcen darauf verwenden sollte, den übermächtigen Platzhirsch Microsoft frontal anzugreifen.
N1
Sun möchte Computernetzwerke der Zukunft so gestalten, dass die insgesamt zur Verfügung stehende Rechenleistung per Knopfdruck an jedem Punkt des Systems eingesetzt werden kann. Die Vision ist, dass sich Rechenleistung in Zukunft ähnlich verhält wie andere Versorgungsdienstleistungen (Strom, Elektrizität).
Problem: Wesentlich größere Konkurrenten wie IBM oder Hewlett-Packard arbeiten an ähnlichen Modellen - und verfügen über mehr Ressourcen und Beratungssparten, die das Konzept als IT-Dienstleister besser verkaufen können.
NIAGARA
Suns Ingenieure arbeiten an einer neuen Chip-Architektur, die Computerchips in Zukuft nach Angaben des Unternehmens 15 bis 100 mal schneller machen könnte. Suns Chefentwickler John Gustafson vergleicht den Technologiesprung vollmundig mit dem Übergang von Röhren zu Transistoren.
Problem: Es könnte noch Jahre dauern, bis das Produkt serienreif ist. Es ist zu vermuten, dass Chip-Dickschiffe wie Intel, IBM und AMD an ähnlichen Entwürfen arbeiten.
RFID
Funketiketten (Radio Frequency Identification Tags) sollen in der Zukunft Warenwirtschaftssysteme revolutionieren. Jede Rasierklingenpackung oder Coladose wird per elektronischem Barcode identifizierbar sein. Sun ist an der Entwicklung der Technologie beteiligt und will die Server-Infrastruktur zur Verfügung stellen, mit der das "Internet der Dinge" läuft.
Problem: Noch ist unklar, ob das Unternehmen durch sein RFID-Engagement tatsächlich mehr Server verkaufen kann. Die Aussichten für eine rasche Verbreitung der Technologie sind allerdings sehr gut.
THIN CLIENTS
Sun hat die Workstation wieder belebt - ein Ausgabegerät, das wie ein normaler Computer aussieht aber keine eigene Rechenpower oder Festplatte besitzt. Der Benutzer steckt eine ID-Karte in den Thin Client und kann sofort dort weiterarbeiten, wo er zuletzt aufgehört hat - an jedem Arbeitsplatz, der an das System angeschlossen ist.
Problem: Derzeit sind nur wenige Unternehmen bereit, ihre bestehende Hardware gegen ein neues, relativ teures System auszutauschen, selbst, wenn dies mittelfristig zu Einsparungen führt.