Sun Microsystems: IT-Konzern baut tausende Stellen ab - DER SPIEGEL
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Sun Microsystems IT-Konzern baut tausende Stellen ab

Schwierige Zeiten für den US-Computerkonzern Sun Microsystems: Erst gab Firmen-Mitbegründer Scott McNealy vor einem Monat seinen Chefposten auf, jetzt kündigt das kalifornische IT-Unternehmen an, mehrere tausend Stellen zu streichen.
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San Francisco - Der US-Server-Hersteller Sun Microsystems wird in den nächsten sechs Monaten mehr als jede zehnte Stelle abbauen. Wie das Unternehmen gestern nach Börsenschluss in den USA an seinem Sitz in Santa Clara, US-Bundesstaat Kalifornien, mitteilte, werden 4000 bis 5000 Arbeitsplätze wegfallen. Das entspricht elf bis 13 Prozent der bisher Beschäftigten. Darüber hinaus würden ein Campus in Newark sowie geleaste Betriebsstätten in Sunnyvale (beide Kalifornien) geschlossen.

Einige Analysten hatten die Streichung von 12.000 oder mehr der insgesamt 37.500 Arbeitsplätze bei Sun gefordert. Der seit vergangenem Monat amtierende Unternehmenschef Jonathan Schwartz sagte bei einer telefonischen Analystenkonferenz: "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen." Sun rechnet über mehrere Quartale mit Restrukturierungsaufwendungen zwischen 340 und 500 Millionen Dollar. Der Großteil werde im Quartal bis Ende Juni anfallen.

Erstmals seit einer Reihe von Quartalen wagte Sun wieder eine Umsatzprognose. Für das Fiskaljahr 2007 stellte das Unternehmen eine Umsatzsteigerung im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich in Aussicht. Die Bruttomarge werde bei rund 43 Prozent liegen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten haben bisher für das Fiskaljahr 2007 einen Umsatz von 13,8 Milliarden Dollar prognostiziert. Das wäre eine Steigerung von acht Prozent im Vergleich zu dem für das Fiskaljahr 2006 erwarteten Umsatz von 12,8 Milliarden Dollar.

Sun verkündet die einschneidenden Sparmaßnahmen etwa einen Monat nach dem Amtsantritt von Schwartz als Konzernchef. Zuvor stand Sun-Mitbegründer Scott McNealy seit 1984 an der Spitze des Unternehmens, der Ende April aufgrund der anhaltenden Krise des Unternehmens zurücktrat. Seit 2000, als die New Economy zusammenbrach, nahmen die Gewinne des Unternehmens stark ab. Im abgelaufenen Geschäftsquartal hatte Sun Microsystems seinen Umsatz zwar von 2,6 Milliarden auf knapp 3,2 Milliarden Dollar gesteigert. Dennoch nahm der Unternehmensverlust von 28 Millionen auf 217 Millionen Dollar zu.

Die Aktie stieg nach der Bekanntgabe des Stellenabbaus im außerbörslichen Handel um 1,5 Prozent auf 4,70 US-Dollar.

kaz/AFP/Reuters/dpa/ddp