Super-Airbus 5000 Arbeiter demonstrieren in Hamburg
Hamburg - Bei einer Kundgebung in der Hamburger Innenstadt bekräftigten mehrere Redner die Bedeutung des Großprojekts für die Arbeitsplätze und die weitere technologische und wirtschaftliche Entwicklung in der gesamten Region. Der Super-Airbus soll rund 4000 Arbeitsplätze bei dem Unternehmen selbst und Zulieferern bringen. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisierte die Veranstaltung als "Demo gegen Mensch und Natur".
Die Arbeitnehmer machen sich in dieser Form für den A380 stark, weil die Entscheidung des Hamburger Oberverwaltungsgerichts (OVG) über das weitere Schicksal des Großprojekts unmittelbar bevorsteht. Das OVG muss darüber entscheiden, ob ein bestehender Baustopp für die Erweiterung des Airbus-Geländes aufgehoben wird. Falls das Gericht den Baustopp bestätigt, kann der A380 nicht in Hamburg gebaut werden. Für das Projekt sind der Senat, alle Parteien, Wirtschaft und Gewerkschaften, dagegen Umweltverbände, Obstbauern und Anlieger.
Bürgermeister Ortwin Runde (SPD) empfing eine Delegation von 20 Demonstranten im Rathaus und bekräftigte bei dieser Gelegenheit seine Zuversicht. "Ich bin voller Hoffnung, dass nach einer positiven Entscheidung des OVG alles noch rechtzeitig zu schaffen ist", sagte Runde. Allerdings stehe das ganze Projekt unter hohem Zeitdruck. Runde äußerte Verständnis für die Airbus-Gegner, die direkt von der geplanten Werkserweiterung betroffen sind, jedoch weniger für die Kritiker des Projekts in Blankenese. "Diese Menschen haben ihren Reichtum schließlich Hafen und Industrie zu verdanken", sagte der Bürgermeister.
Für die Arbeitnehmer erklärte Horst Niehus, der Betriebsratsvorsitzende des Finkenwerder Airbus-Werks, bislang habe der Gegner das Feld beherrscht. Nun hätten erstmals die Flugzeugbauer aus Finkenwerder in der Hamburger Innenstadt demonstriert. Neben den Airbus-Arbeitern aus Finkenwerder und Stade waren auch Beschäftigte von Zulieferbetrieben in Hamburg und Niedersachsen gekommen. Die Airbus-Mitarbeiter konnten während ihrer Arbeitszeit an der Demonstration teilnehmen, weil der Betriebsrat sie als Betriebsversammlung deklariert hatte. Aufgerufen hatten die IG-Metall, der Airbus-Betriebsrat und die SPD.