Super-Airbus Minister drängen auf Entscheidung
Berlin - Für das geplante Großraumflugzeug A3XX liegen bereits mehr als 50 Bestellungen von acht Fluggesellschaften vor. Dies teilte das Airbus-Konsortium am Dienstag den zuständigen Ministern der vier beteiligten Länder mit. Dies Zahl war zuvor als Mindestmaß für den Start des Großprojektes genannt worden. Beobachter werten dies als Vorentscheidung für den Bau des Riesen-Airbus.
Bundeswirtschaftsminister Werner Müller und seine Amtskollegen aus Frankreich, Großbritannien und Spanien forderten die industriellen Partner nach ihrer Konferenz auf, "in den nächsten Tagen" eine Entscheidung über den Bau des Großraumflugzeuges A3XX herbeizuführen.
Konkrete staatliche Finanzbeihilfen für den A3XX sind bisher noch nicht zugesagt worden, sagte Siegmar Mosdorf, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Die Minister deuteten jedoch an, dass sie nach einer endgültigen Entscheidung für den Bau des A3XX bis zu einem Drittel der Entwicklungskosten in Form rückzahlbarer Beihilfen finanzieren würden. Bis zu dieser Höhe sind nach einem Abkommen mit den USA aus dem Jahre 1992 Entwicklungsbeihilfen in der Luftfahrtbranche möglich.
Mosdorf sagte, dass Deutschland alles tun werde, damit die Produktionsbedingungen in Deutschland nicht schlechter sein würden als in den anderen europäischen Ländern. Der Betrag der Beihilfen hänge aber auch davon ab, wie die Arbeitsplätze zwischen den Standorten verteilt würden. Dabei streben die Minister eine faire Aufteilung der Produktion in den beiden "Hauptstädten der europäischen Luftfahrtindustrie", Toulouse und Hamburg, an. Die Innenaustattung des A3XX werde wohl in Hamburg gefertigt, während die Endmontage in Toulouse stattfinde, hieß es.
Großbritannien macht Beihilfen für den A3XX weiter davon abhängig, dass das Airbus-Konsortium zuvor in eine einzige operative Gesellschaft überführt wird. Die Minister forderten auch in diesem Punkt von der Industrie schnelle Entscheidungen. Der britische Wirtschaftsminister Alan Johnson hat für den 24. Juli zur nächsten Airbus-Ministerkonferenz nach Großbritannien eingeladen. Spätestens bis dann erwarten die Minister von der Industrie eine Einigung über den A3XX und die Gründung der Airbus Integrated Company.