Super-Wachstum: Chinas Industrieproduktion läuft heiß - DER SPIEGEL
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Super-Wachstum Chinas Industrieproduktion läuft heiß

Chinas Wirtschaft boomt, ein Ende ist nicht in Sicht. Jetzt meldet Peking, dass die Industrieproduktion im Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast 20 Prozent zugenommen hat - zu viel, findet Regierungschef Wen.
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Hamburg/Peking - Die Industrieproduktion in China hat im Mai um 18,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zugenommen. Der gleiche Zuwachs sei auch in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2006 zu verzeichnen gewesen, teilte das Nationale Statistikbüro in Peking heute mit.

Der Aufschwung beschleunigte sich damit wieder, nachdem der Zuwachs im April bei 17,4 Prozent gelegen hatte. Gleichzeitig veröffentlichte die Regierung in Peking Äußerungen des chinesischen Regierungschefs Wen Jiabao, das Wachstum der Industrieproduktion sei wie in anderen Wirtschaftsfeldern zu hoch. Es seien weitere Maßnahmen notwendig, um die Konjunktur abzukühlen, sagte Wen den Angaben zufolge gestern bei einer Staatsratssitzung.

Der Ministerpräsident sagte, neben der Industrieproduktion seien auch der Handelsüberschuss zu groß und die Inflation zu hoch. Gleichzeitig seien die zunehmende Umweltverschmutzung und der Energieverbrauch äußert schwierig zu kontrollieren.

Chinas Wirtschaft war im ersten Quartal um 11,1 Prozent gewachsen. Trotz verschiedener Maßnahmen zur Abkühlung - Peking hat unter anderem die Kreditvergabe der Banken erschwert sowie eine Steuerreform beschlossen - gab es bislang keine Anzeichen für eine Verlangsamung des Aufschwungs.

Der US-Kongress kritisierte angesichts des Wachstums in China die schwache chinesische Währung, berichtet die "Financial Times". US-Politiker werfen Peking vor, mit ihrer Währungspolitik Exporte zu subventionieren - und damit auch das Milliarden-Handelsdefizit zu verursachen. Sie fordern eine neue Gesetzgebung, die den Handel mit China regeln soll. Das Weiße Haus lehnt das allerdings mit Verweis auf einen "strategischen wirtschaftlichen Dialog" zwischen Washington und Peking ab.

Die People's Bank of China meldete derweil, dass noch nie in der Geschichte Chinas so viel Geld von privaten Konten abgezogen wurde wie in diesem Mai. Das Geld fließe zum großen Teil in den chinesischen Aktienmarkt - das Spekulieren an der Börse hat sich in den vergangenen Monaten zum Volkssport entwickelt.

kaz/AFP