Superbörse iX: Fusion vor dem Scheitern - DER SPIEGEL
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Superbörse iX Fusion vor dem Scheitern

Die Deutsche Börse hat ihre Abstimmung über die geplante Fusion mit der Londoner Börse verschoben. Die schwedische OM Gruppen legte ihr Übernahmeangebot vor. Damit steht das iX-Projekt vor dem Aus.
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Frankfurt am Main - Die Fusion von Deutscher Börse und London Stock Exchange (LSE) zur europäischen Superbörse iX ist in weite Ferne gerückt: Am Montag verschob der Aufsichtsrat der Deutschen Börse die für Donnerstag geplante Abstimmung der Aktionäre auf unbestimmte Zeit. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer, bekräftigte allerdings, man stehe weiterhin mit den Londoner Partnern hinter dem iX-Konzept.

Zugleich legte die schwedische OM Gruppen, die die Stockholmer und die Kopenhagener Börse betreibt, ihr offizielles Angebot für die LSE vor. Demnach bietet OM für jede LSE-Aktie 0,65 neue OM-Aktien und sieben britische Pfund in bar. Auf der Basis des OM-Schlusskurses vom 8. September wird die LSE-Aktie mit 27,63 Pfund und die LSE mit 820 Millionen Pfund bewertet. Der Vorstandsvorsitzende der OM Gruppen, Per Larsson, sagte, das Angebot sei eine bessere Lösung für die Aktionäre als die iX-Fusion. Die LSE-Aktionäre haben zwei Wochen Zeit, um über das Angebot zu entscheiden.

Breuer erklärte, mit der Verschiebung halte sich die Deutsche Börse alle strategischen Optionen offen. Der Zusammenschluss von Deutscher Börse und LSE sei aus Sicht der Deutschen Börse weiterhin die attraktivste Option. Durch das Zusammengehen der beiden wichtigsten europäischen Handelsplätze entstehe der Kern für die Konsolidierung des europäischen Kapitalmarktes.

Das sehen Experten allerdings anders. Nach der Verschiebung sei es ausgeschlossen, dass der Zusammenschluss in der geplanten Form verwirklicht werde, sagte Finanzexperte Wolfgang Gerke. Nach seiner Einschätzung bietet die Verzögerung, ausgelöst durch das Übernahmeangebot der Schweden, jetzt die Chance, eine gesamteuropäische Lösung anzustreben. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) teilte mit, die Chancen für die Fusion seien deutlich gesunken.

Ein weiterer Rückschlag für die Frankfurter Ambitionen ist die noch unbestätigte Meldung, dass die US-Technologiebörse Nasdaq, bisher als Partner für iX vorgesehen, Gespräche mit der OM Gruppen aufgenommen hat. Schuld an dem Seitenwechsel sei Deutsche-Börse-Chef Werner Seifert, der John Hilley, den Nasdaq-Direktor für internationale Operationen, verärgert habe, berichtete der britische "Daily Telegraph" am Montag.

Seifert wurde in der Aufsichtsratssitzung für weitere fünf Jahre als Chef der Deutschen Börse bestätigt. Eurex-Chef Jörg Franke scheidet dagegen zum Jahresende aus. Nachfolger soll Rudolf Ferscha werden.