Superlativ: Die teuerste Anlage der Welt - DER SPIEGEL
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Superlativ Die teuerste Anlage der Welt

Es gibt sie noch, die guten Sachen - vor allem die teuren. Die Musikanlage für den wirklich kompromisslosen Musikliebhaber zum Beispiel. Sie kostete rund vier Millionen Mark.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Zusammengestellt wurde die Super-Anlage von Redakteuren der Fachzeitschrift "Audio" und "stereoplay". Die 40 Komponenten gehören zum Feinsten und Besten, was die internationale Hifi-Branche zu bieten hat. Sechs Tonkanäle produzieren effektvollen Surround-Genuss und lassen Musik nach Versicherung der Hörexperten in bisher nicht da gewesener Qualität im Raum erstehen.

"Die teuerste Anlage der Welt" war schon in den vergangenen Jahren einer der Publikumsmagneten auf der Internationalen Funkausstellung. 1997 kostete sie noch 1,2 Millionen Mark, 1999 schon zwei Millionen.

Kernstück der Anlage sind 20 Endverstärker der deutschen Nobelmarke MBL, die allein insgesamt rund 1,2 Millionen Mark kosten und zusammengerechnet rund zwei Tonnen auf die Waage bringen. Um die einzelnen Elemente standesgemäß miteinander zu verbinden, kommen Kabel mit einer Goldlegierung zum Einsatz. Allein der Kabelsatz für die Basslautsprecher, die so genannten Subwoofer, kostet rund 250.000 Mark.

Wer sich diese Ausgaben leisten kann, für den dürfte es auch kein Problem sein, ein passendes Plätzchen dafür zu finden. Der Raum sollte kräftige Mauern haben. Denn das Kraftwerk steuert fünf Lautsprecher an, die zusammengestellt die Fläche einer ausgewachsenen Schrankwand einnehmen. Browsers&Wilkes stellen die Klangwunder her, die aussehen wie riesige Posaunen und die von Jericho locker in die Tasche stecken.

Vielleicht sollte das Haus auch etwas abseits stehen - vielleicht teilt ja der Nachbar den Musikgeschmack des High-End-Fans nicht. Ein kurzer Anruf genügt, dann schaltet die Polizei das Klangwunder kurzer Hand wieder ab.