Swissair Aufstand der Gestrandeten
Berlin/Zürich - Sie gründeten in Deutschland einen Pool, um ihre Rechte durchzusetzen. Es sei eine Hotline für alle Passagiere eingerichtet worden, die ihre Flüge nicht antreten konnten oder zum Beispiel wegen des Ausfalls zusätzliche Übernachtungen buchen mussten. Der Luftrechtsexperte Elmar Giemulla, der einige der Kläger vertritt, will möglicherweise gemeinsam mit US-Kollegen eine Sammelklage in Übersee erheben. Den Betroffenen riet er, ihre Klage an die Rechtsnachfolgerin Crossair zu richten.
Eine betroffene Passagierin erklärte, sie finde es empörend, "in der Presse lesen zu müssen, dass die Banken die bereits vereinbarten Zahlungen an die Swissair bewusst hinausgezögert haben, um die Forderungen von Passagieren in Milliardenhöhe in die Vergleichsmasse fallen zu lassen". Deshalb will der Pool prüfen lassen, ob nicht auch das Verhalten einzelner Bankmanager und Swissair-Verwaltungsratsmitglieder schadensrechtlich relevant ist.
Dieser Sichtweise hat sich inzwischen auch der provisorische Sachverwalter Karl Wüthrich angeschlossen. Er stimmte dem Kredit in Höhe von 250 Millionen Franken nicht zu. Grund seien mögliche Benachteiligungen anderer Gläubiger, teilte Wüthrich am Freitag mit. Nun prüfen die Banken neue Lösungen. Der Kredit hätte auch andere Gläubiger der Swissair-Gruppe, beispielsweise die Mitarbeiter oder Pensionskassen, benachteiligen können, begründete Wüthrich seine Bedenken.
Grundsätzlich sei aber ein Kredit aus Sicht der Swissair Group notwendig und aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll, hielt der Sachwalter in der Mitteilung fest. Die Banken prüften nun die direkte Kreditgewährung an die einzelnen flugnahen Betriebe, hieß es am Freitag weiter.