Swissair-Flohmarkt Jagd auf das Tafelsilber
Bassersdorf/Schweiz - Viele warteten Stunden im strömenden Regen. Der erste Besucher stand am Donnerstag bereits um 4.15 Uhr vor dem Verkaufslokal im Industrieviertel von Bassersdorf. Bei Eröffnung des Flohmarkts um neun Uhr war die Warteschlange bereits mehrere hundert Meter lang.
Insgesamt strömten am ersten Tag der Swissair-Liquidation rund 5000 Souvenir- und Schnäppchenjäger nach Bassersdorf im Kanton Zürich, wie es auf Anfrage beim Sachwalter hieß. Viele Besucher mussten abgewiesen werden.
Verkaufsrenner war das Swissair-Tafelsilber, das für zehn Franken pro Gabel und Löffel und 15 Franken pro Messer über die Theke ging. "So günstig kommt man so schnell nicht mehr zu einem Silberservice", sagte eine junge Frau. Gefragt waren auch japanische Teeschalen und chinesisches Porzellan. Das Besteck der Economy-Klasse kostete nur einen Franken pro Stück und stieß ebenfalls auf rege Nachfrage. Entscheidend sei, dass der Schriftzug Swissair auf den Artikeln stehe, sagten viele.
"Das Angebot reicht noch für Tage und Wochen", sagte Filippo Beck, Partner des Swissair-Sachwalters, am Abend bei einer ersten Zwischenbilanz. Angesichts der enormen Mengen von Bordmaterial, Kosmetikartikeln, Wein und Spirituosen sowie Kleidungsstücken zeichneten sich am ersten Tag trotz Großandrangs noch keinerlei Engpässe ab.
Servierwagen, Uhren und weiteres Bordmaterial befinden sich zurzeit noch in Schiffscontainern und gelangen erst in einer zweiten Phase in den Verkauf. Beck rechnet mit einem Erlös von mehreren Millionen Franken aus der noch Wochen dauernden Liquidation. Eine präzise Angabe sei derzeit noch nicht möglich. Insgesamt stehen 6,4 Millionen Artikel zum Verkauf.