SZ-Affäre: Springer-Verlag schmeißt Boenisch raus - DER SPIEGEL
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SZ-Affäre Springer-Verlag schmeißt Boenisch raus

Ein Beitrag in der "Süddeutschen Zeitung" hat ein Nachspiel für Peter Boenisch. Der Axel Springer Verlag kündigte den Autoren- und Beratervertrag mit seinem ehemaligen Aufsichtsratsmitglied.
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Hamburg - Das Unternehmen gab am Freitag in Hamburg als Grund für die Beendigung der Zusammenarbeit Verstöße gegen Vertragsbestandteile an. Veröffentlichungen von Boenisch in anderen Printmedien dürften nur mit ausdrücklicher vorheriger Zustimmung erfolgen. "Ich halte diese Kündigung für ungerechtfertigt und werde mich mit allen rechtlichen Mitteln dagegen widersetzen", sagte Boenisch.

Für einen Beitrag in der "Süddeutschen Zeitung" am 29. Mai 2001 sei die Zustimmung laut Verlag nicht eingeholt worden. Darüber hinaus habe Boenisch den Verlag auch nicht über seine publizistische Aktivität informiert. "Dieser wesentliche Verstoß gegen seine Pflichten bereits zu Beginn seiner Beratertätigkeit zerstört das Vertrauen und ist Anlass für die Beendigung des Vertrages", teilte der Verlag mit. Nicht der Inhalt des Beitrags sei Grund der Kündigung, sondern der dadurch vollzogene Vertragsbruch, ergänzte der Vorstandsvorsitzende August A. Fischer, den Boenisch publizistisch beraten sollte.

Der frühere Chefredakteur von "Bild" und "Welt" und zeitweise Regierungssprecher von Helmut Kohl hatte im April seinen Sitz im Aufsichtsrat des Verlages vorzeitig niedergelegt. Boenisch machte für diesen Rückzug mögliche Interessenkollisionen geltend. "Meine publizistische Tätigkeit hat für mich Priorität", erklärte Boenisch damals. Die einem Aufsichtsratsmitglied auferlegte besondere Zurückhaltung im Hinblick auf öffentliche Äußerungen würde ihn behindern.

In der "Süddeutschen Zeitung" hatte Boenisch die Lufthansa kritisiert, nachdem sie die SZ-Bordexemplare abbestellt hatte. Boenisch sah darin einen Missbrauch der Machtstellung eines Unternehmens gegenüber der Pressefreiheit.

Den Chefredakteuren der Springer-Zeitungen stellt der Verlag frei, Peter Boenisch weiter als Autor einzusetzen.