T-Mobile Langes, zähes Warten auf UMTS
Bonn - Vodafone D2 will im Herbst 2002 in Ballungsräumen loslegen, MobilCom zum selben Termin bereits in 20 deutschen Großstädten ein UMTS-Netz aufgebaut haben. René Obermann, Europachef der T-Mobile International, bleibt hingegen zögerlicher - oder realistischer, wie er selbst meint. T-Mobile werde in Deutschland erst im dritten Quartal 2003 an den Start gehen, sagt er.
Die "vollmundigen" Versprechen der Konkurrenten, ist Obermann sich sicher, würden ihnen nur schaden - wenn sie sich nicht einhalten ließen. Und T-Mobile geht davon aus, dass die Netz-Technik, die Endgeräte und die abrufbaren Dienste erst im Jahr 2003 den eigenen Ansprüchen genügen. Der Mobilfunk-Manager betonte aber, dass das Unternehmen auch flexibel sei für einen früheren Netzstart. "Wir werden den Wettbewerbern keinen Vorsprung lassen."
Nennenswerte Erlöse mit UMTS-Diensten erwartet T-Mobile erst im Jahr 2004. Erst dann werde voraussichtlich mehr als zehn Prozent der Mobilfunkumsätze auf die neue Technik entfallen. Zugleich erwartet T-Mobile, dass von den bisher sechs Unternehmen und Gruppen, die eine UMTS-Lizenz ersteigert haben, nur wenige übrigbleiben. Auf dem deutschen Markt können nach seiner Einschätzung des Telekom-Mobilfunkchefs Kai-Uwe Ricke nur drei vollwertige Netzinfrastrukturen profitabel miteinander konkurrieren.
Ricke bekräftigte, dass die Telekom ihre die Mobilfunksparte in diesem Jahr an die Börse bringen will. Über diesen Schritt sei in den Gremien zwar noch nicht entschieden worden. Es bestehe aber kein Zweifel mehr, dass der Börsengang diesem Jahr angestrebt werde. Als Termine kämen die traditionell börsenfreundlichen Monate Juni oder November in Frage: "Wir werden uns nicht unter Preis verkaufen". Schon jetzt betreiben die Mobilfunk-Manager PR für den Börsengang: Im Jahr 2001 habe das Unternehmen erstmals auch nach Steuern die Gewinnzone erreicht, teilten sie mit, ohne genauere Zahlen zu nennen.
Mit den Einnahmen aus dem Börsengang will die Telekom vor allem ihren hohen Schuldenstand bis zum Jahresende auf rund 50 Milliarden Euro reduzieren.