T-Mobile Mächtig Ärger mit Milliardär Branson
London Wochenlang haben die Joint-Venture-Partner T-Mobile und Bransons Virgin Group versucht, den Deckel auf den brodelnden Unstimmigkeiten zu halten. Aber jetzt hatte der exzentrische Brite offenbar die Nase voll vom ewigen Hin und Her.
Ein Sprecher von Virgin bestätigte, das rechtliche Schritte gegen das deutsche Unternehmen eingeleitet worden seien. Nach einem Bericht des "Observer" werfen die Briten der Telekom-Tochter "maßgebliche Verstöße" gegen Vertragsvereinbarungen vor. Ein Sprecher von T-Mobile wollte keine Stellungnahme abgeben.
Die Virgin Group und T-Mobile sind je zur Hälfte Anteilseigner an Virgin Mobile, dem fünftgrößten britischen Mobilfunkanbieter. Das Joint-Venture der beiden Unternehmen sieht vor, dass sämtliche Anrufe von Virgin Mobile über das Handy-Netz von T-Mobile, dem einstigen Mobilfunkunternehmen One2One, übertragen und abgerechnet werden.
Angeblich beweisen geheime Dokumente, dass T-Mobile-Entscheider schon im September 2000 die Köpfe zusammensteckt haben. Ihr Plan, so die Virgin-Seite: Das Joint-Venture mit Bransons Virgin Group entweder einschlafen zu lassen - oder es ganz zu übernehmen.
Der Telekomanbieter soll daraufhin die vertraglich vereinbarten Zahlungen an Virgin ohne Absprache mehr und mehr reduziert haben. Das alles mit dem Ziel, sich so mittels einer Versäumnisklausel im Vertrag aus dem gemeinsamen Projekt herauswinden zu können. Die Konzernchefs waren wohl seit längerem unzufrieden mit dem ursprünglichen Abkommen, das bereits das vorherige Management ausgehandelt hatte. Immerhin steht Virgin Mobile auch in Konkurrenz zu T-Mobile Großbritannien.
Die weitere Zusammenarbeit der beiden Unternehmen ist damit völlig offen. Wenn Virgins Klage Erfolg hat, wird Virgin vermutlich die T-Mobile-Anteile übernehmen und sich neue Kooperationspartner suchen. Nicht ganz ausgeschlossen ist auch, dass Virgin T-Mobile nur unter Druck setzen will, um neue Vertragsbedingungen auszuhandeln. In der Klageschrift Virgins heißt es jedoch, das Verhältnis der beiden Partner sei "irreversibel beschädigt."