T-Online Der Ärger geht weiter
Düsseldorf - Seit ihrem Börsenstart vor gut einem Jahr hat T-Online keine gute Figur gemacht. Auf der ersten Hauptversammlung des größten europäischen Internetunternehmens wird den Vorstand kein Jubelchor erwarten - im Gegenteil. Wie bei der Telekom werden Aktionärsschützer herbe Kritik am Management üben. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will den Antrag stellen, Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung zu verweigern.
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Das Jahr des Börsengangs vom April 2000 sei von weitgehender Führungslosigkeit geprägt gewesen, rügt die DSW: Binnen weniger Wochen hatte fast der gesamte Vorstand den Hut genommen, und es dauerte Monate, bis in Gestalt von Thomas Holtrop endlich ein neuer Vorsitzender gefunden wurde. Die Folgen: Das für ein Internetunternehmen notwendige schnelle Handeln sei verhindert worden, Inhalte-Kooperationen hätten auf sich warten lassen, die Internationalisierung sei auf der Strecke geblieben. Daraus resultieren aus Sicht der DSW Verluste im operativen Geschäft und der Niedergang der Aktie.
Auch dem Aufsichtsrat steht Ärger ins Haus: Er habe die Verantwortung zu tragen für das Personaldebakel und keine klar erkennbare Unternehmensstrategie. Seit Holtrop am Ruder ist, hat sich in den Augen von DSW-Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher immerhin einiges getan. Doch habe der unternehmerische Kurs noch seine eigentliche Bewährungsprobe vor sich. Ganz zu schweigen von der Bilanz - hier will die Aktionärsschützerin fragen, wann mit schwarzen Zahlen und Dividende zu rechnen ist. Kritik übt sie auch an einem Aktienoptionsplan für die Führungskräfte: 25 Prozent Kurssteigerung als Ausübungshürde ist ihrer Meinung nach unsportlich.