T-Online: Der nächste Vorstand geht - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

T-Online Der nächste Vorstand geht

Das Personalkarussell bei T-Online dreht sich weiter: Nun musste schon das vierte Vorstandsmitglied innerhalb weniger Monate gehen. Die Aktie der Telekom-Tochter sackte auf ein Rekordtief.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Frankfurt - Der für Vertrieb und Service zuständige Vorstand Berndt Reichert-Berg scheide aus dem Unternehmen aus, teilte die Deutsche Telekom am Freitag mit. Eine offizielle Begründung wurde nicht gegeben. Aus Unternehmenskreisen verlautete indes, der 48-Jährige gehöre zur Mannschaft um den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Keuntje, mit dessen überraschendem Rücktritt Ende August das Personalkarussell bei T-Online in Gang gekommen war.

Am Mittwoch hatte das Unternehmen die fristlose Kündigung von vier Managern bekannt gegeben. Sie werden verdächtigt, Sponsoring-Gelder von T-Online in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Nach Angaben des Unternehmens wird auch geprüft, ob Keuntje in die Affäre verwickelt war. Gerüchten zufolge soll auch Reichert-Berg vom Treiben der Manager gewusst haben.

Keuntje hatte sein Amt fünf Monate nach dem Börsengang von T-Online an den Neuen Markt niedergelegt. Wenig später folgten die beiden Vorstandsmitglieder für Finanzen und Marketing. Ein Nachfolger für Keuntje wurde bislang nicht gefunden, kommissarisch wird der größte europäische Internetdienst seither von Telekom-Marketingvorstand Detlev Buchal geführt. Insgesamt umfasst der Vorstand von T-Online fünf Posten.

Die Telekom gab außerdem bekannt, dass Veronika Altmeyer für den Bereich Personal und Rechtsfragen in den T-Online-Vorstand aufgenommen worden sei. Altmeyer ist zurzeit Arbeitsdirektorin der Telekom-Tochter T-Nova.

Als Reaktion auf das Ausscheiden von Reichert-Berg fiel die T-Online-Aktie auf einen neuen Tiefkurs von 19,55 Euro. Am späten Nachmittag notierte das Papier bei 19,75 Euro noch um rund 6,5 Prozent leichter. Beim Börsenstart im Frühjahr hatten Anleger noch 27 Euro für die Aktie gezahlt. Zwischenzeitlich war der Kurs bis auf 48 Euro geklettert.