T-Online Flatrate fällt flach
Bonn - Die erst im vergangenen Jahr eingeführte Flatrate wird zum 1. März wieder abgeschafft. Wer über den normalen Telefonanschluss oder über ISDN ins Netz will, muss dann wieder Zeitgrenzen beachten.
"Wir haben lernen müssen, dass die Flatrate die Internet-Nutzung definitiv nicht steigert", sagte T-Online-Chef Thomas Holtrop. Die User richteten sich weniger nach dem Preis als vielmehr nach ihrem Bedarf. Es müsse T-Online daher vorrangig darum gehen, neuen Bedarf zu wecken, und das gehe über die Inhalte. In den kommenden Monaten will das Unternehmen eine neue Content-Strategie präsentieren. Holtrop räumte ein, dass T-Online bei der "Wertschöpfung" weniger gut dastehe als andere Anbieter. Das in der "stabilen Kundenbeziehung" liegende Potenzial werde bislang nicht richtig "versilbert".
T-Online wird sieben neue Internet-Tarife einführen. Einer davon begünstigt Nutzer, die nur tagsüber an Werktagen surfen. Ein anderes Angebot richtet sich an Kunden, die nur nachts ins Internet gehen. Ferner gibt es vier Stundenpakete, zum Beispiel 30 Stunden monatlich für 29 Mark oder 90 Stunden für 79 Mark, der bisherige Preis für die Flatrate.
Kunden, die vor dem 11. Dezember 2000 den Flatrate-Vertrag abgeschlossen haben, werden zum Ende ihrer einjährigen Vertragslaufzeit auf die neuen Tarife umgestellt, können auf Wunsch aber schon früher wechseln. Flatrate-Verträge nach dem 11. Dezember werden im Mai automatisch auf den 90-Stunden-Tarif umgebucht.
Unverändert bleibt das Angebot einer Flatrate für 49 Mark im Monat für den superschnellen Internet-Zugang über T-DSL. Diese Technik soll nach Angaben von Telekom-Vorstand Gerd Tenzer massiv ausgebaut werden. Bis Ende 2001 sollen in Deutschland 2,6 Millionen Kunden über T-DSL ins Internet gehen können.
Die gegenwärtigen Lieferschwierigkeiten bei den Herstellern der nötigen Anschlussgeräte sollten bald behoben und die Rückstände im Sommer aufgearbeitet sein, sagte Tenzer.