T-Online: Hohe Verluste durch Flatrate - DER SPIEGEL
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T-Online Hohe Verluste durch Flatrate

Trotz eines fast verdoppelten Umsatzes hat T-Online durch den Konkurrenzkampf mit AOL in den ersten neun Monaten hohe Verluste eingefahren. Die enttäuschende Zwischenbilanz ließ die Aktie weiter abrutschen.
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Darmstadt - Die Erlöse der Telekom-Tochter stiegen binnen Jahresfrist um 86,5 Prozent auf 542,6 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Darmstadt mit. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stand dabei ein Verlust von 14,4 Millionen Euro zu Buche. Ohne die Erlöse in Höhe von 39,2 Millionen Euro aus dem Börsengang der comdirect bank hätte das Minus sogar 53,5 Millionen Euro betragen. T-Online hatte seinen Anteil an comdirect von 25 auf 21,35 Prozent reduziert.

Nach der Bekanntgabe der Zahlen fielen T-Online im frühen Handel am Neuen Markt um rund drei Prozent. Das Unternehmen begründete das schwache Ergebnis mit der Einführung einer Flatrate - einer pauschalen Gebühr unabhängig von der Dauer der Internetnutzung. Endgültige Zahlen will T-Online erst am 30. November bekannt geben. Das Unternehmen betonte, die bisherige Bilanz beruhe "auf Basis des aktuellen Kenntnisstandes", weshalb sich noch Abweichungen ergeben könnten. Für das Gesamtjahr 1999 hatte der Internet-Dienstleister einen Verlust nach Steuern von 5,5 Millionen Euro ausgewiesen.

Unterdessen berichtete T-Online, dass sich die Zahl der Kunden in Deutschland bis 30. September auf knapp sechs Millionen erhöht habe, nach 3,6 Millionen vor einem Jahr. Europaweit nutzten rund sieben Millionen Menschen den Internetdienst, davon jeweils rund eine halbe Million in Frankreich sowie in Spanien und Portugal.

T-Online sucht seit Wochen nach einem neuen Vorstandsvorsitzenden, nachdem der bisherige Chef Wolfgang Keuntje im Streit mit Telekom-Konzernlenker Ron Sommer zurückgetreten war. Zudem hatten zwei weitere Vorstände ihre Sessel geräumt. Die Aktie geriet inzwischen kräftig unter Druck und rutschte deutlich unter den Ausgabekurs von 27 Euro. Im Mai hatte sie einen Höchststand von 48 Euro erreicht.