T-Online: Holtrop hängt die Messlatte höher - DER SPIEGEL
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T-Online Holtrop hängt die Messlatte höher

T-Online-Chef Holtrop hat mit einem guten operativen Ergebnis die Analystenzunft verblüfft und schraubt die Erwartungen fürs Gesamtjahr nach oben. Allerdings hat sich der Nettoverlust dank einer Monster-Abschreibung versechsfacht.
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Darmstadt - Die Kennzahl, die der T-Online  -Lenker gerne ins Blickfeld rückt, ist das Ergebnis vor Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda). Das Ebitda beim größten Internet-Provider Europas sieht nämlich glänzend aus. In den Monaten Juli bis September betrug es 35,6 Millionen Euro, nach 28,82 Millionen Euro im Vorquartal. Damals war, anders als jetzt, sogar ein noch ein einmaliger Verkaufserlös in der Summe enthalten.

Obwohl Holtrop in Interviews bereits kundgetan hatte, dass T-Online höhere Umsätze mit Internet-Zugängen und Werbung erziele und seine Effizienz gesteigert habe, waren die Analysten von den Zahlen doch überrascht. Im Schnitt hatten sie mit einem Ebitda von rund 18 Millionen Euro gerechnet. Am Neuen Markt stiegt die Aktie der Telekom  /-Tochter bis 9.30 Uhr um fast ein Prozent, während der Nemax 50 um 0,75 Prozent nachgab.

Holtrop schraubte die Erwartungen noch höher: Für das Gesamtjahr 2002 werde T-Online wahrscheinlich ein Ebitda von 100 Millionen Euro erreichen können, sagte er in einer Telefonkonferenz. Bislang hatte T-Online auf Jahresprognosen von Analysten verwiesen, die mit einem Jahres-Ebitda von 30 und 40 Millionen Euro rechneten. T-Online hatte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2002 erstmals in seiner Unternehmensgeschichte ein positives Ebitda geschafft.

Gleichwohl gibt es auch Schwachstellen: Die Teilnehmerzahlen bei den ausländischen Töchter in Frankreich und Spanien steigen nur geringfügig, die von der Unternehmensspitze viel beschworene Auslandsexpansion kommt also nur zögerlich voran.

Und nicht so stolz wie aufs Ebitda ist Holtrop wahrscheinlich auf die Zahl, die unter dem Strich stehen blieb. Der Netto-Unternehmensverlust im Quartal stieg nämlich auf 271,8 Millionen Euro, nach dem durch Verkaufserlöse geschönten Minus von 47 Millionen Euro im vergangenen Quartal. Allerdings ergibt sich die Höhe des Verlustes dieses Mal vor allem aus einer einmaligen Abschreibung: T-Online hat den Wert seiner Beteiligung am Online-Broker comdirect  , dessen Aktien steil gefallen sind, um 223,85 Millionen Euro nach unten berichtigt.