T-Online Teure Abenteuer im Ausland
Darmstadt - Insgesamt steht ein Nettoverlust von 797 Millionen Euro in der Gewinn- und Verlustrechnung für das vergangene Geschäftsjahr. Im Vorjahr hatte die Telekom-Tochter einen Verlust von 390 Millionen Euro eingefahren.
Die Gründe für das weitere Abrutschen: Die ausländischen Beteiligungen stecken im Minus fest. Und wegen der Risikovorsorge für den Partner comdirect bank hat T-Online 281 Millionen Euro abgeschrieben. hochwertige Inhalte und Bezahlcontent sowie das Breitband setzen. Die Abschreibung war nur von wenigen Analysten erwartet worden.
Mit dem Ergebnis lag das Unternehmen am unteren Ende der Analystenschätzungen. Im vierten Quartal konnte das Ergebnis jedoch auf einen Fehlbetrag von 132,39 Millionen Euro gegenüber 156,98 Millionen Euro im Vorjahresquartal verbessert werden. Für die T-Online Gruppe habe das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Grund der erstmaligen ganzjährigen Konsolidierung der ausländischen Töchter Club Internet und Ya.com rund 189,1 Millionen Euro betragen.
Unter anderem durch das Auslaufen der Flatrate-Verträge, die ein Minus-Risiko für den Konzern darstellten, konnte T-Online im Laufe des Jahres das Ergebnis von Quartal zu Quartal verbessern. So fiel das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abrechungen (EBITDA) im letzten Quartal des vergangenen Jahres mit minus 31,272 Millionen Euro am geringsten aus. Im dritten Quartal war noch ein Minus von 35 Millionen angefallen. Für das zweite Quartal hatten die Weiterstädter ein Loch in der EBITDA-Kasse von 57 Millionen Euro, im ersten Quartal von 66 Millionen Euro präsentiert.
Trotz des Minus zeigte sich T-Online zufrieden: Das Unternehmen habe seine Wettbewerbsposition als "Deutschlands führendes Internet-Portal und als einer der größten Anbieter unter den deutschen und europäischen Internet-Service-Providern weiter ausbauen können." Jedoch spiegele sich dies nicht im Aktienkurs wieder. Das Papier war am Mittwoch auf 12,85 Euro abgerutscht.
Für die Zukunft zeigte sich das Unternehmen positiv gestimmt: T-Online habe die besten Voraussetzungen, um von einem hinsichtlich Technologie und Ökonomie "gereiften" Internetmarkt zu profitieren. Wesentlicher Punkt der Konzernstrategie im Jahr 2002 soll daher auch weiter der konsequente Ausbau der Portale und des Angebots "hochwertiger" Inhalte sein, mit denen das Unternehmen die Wende hin zum Breakeven einleiten will. Im vergangenen Jahr hatte T-Online angekündigt, im Jahr 2003 die Gewinnschwelle erreichen zu wollen. Schlüsselrolle sollen vor allem breitbandige Angebote sein, wie es das Unternehmen mit dem zum Teil kostenpflichtigen Unterhaltungsangebot "T-Visions" auf der CeBIT bereits vorgestellt hat und das vor allem Nutzer des Turboanschlusses DSL anlocken soll.
Der Umsatz stieg vor allem durch das Geschäft mit neuen Kunden gegenüber dem Vorjahr 43 Prozent auf 1,140 Milliarden Euro. Innerhalb des vergangenen Jahres hatte T-Online 2,719 neue Kunden gewinnen können. Damit stieg die Gesamtzahl der Kunden bis Ende 2001 um 34 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 10,7 Millionen. Das Unternehmen führte dies nicht zuletzt auf die neue Tarifpolitik zurück. T-Online hatte im vergangenen Jahr die so genannte Flatrate, also den dauerhaften Zugang zum Internet für einen pauschalen Tarif abgeschafft. Sie hatte das Unternehmen kräftig in die Minuszone gedrückt.