T-Online: Weniger Verluste als erwartet - DER SPIEGEL
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T-Online Weniger Verluste als erwartet

T-Online schrieb im zweiten Quartal weiter rote Zahlen. Die Verluste fielen aber moderater aus als erwartet.
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Darmstadt - Der größte europäische Internetanbieter teilte am Mittwoch in einer Pflichtveröffentlichung mit, der Verlust habe sich im zweiten Quartal ohne Berücksichtigung von Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen (Ebitda) auf 56,9 Millionen Euro belaufen, nach einem Verlust von 66,4 Millionen Euro im ersten Quartal.

Als Gründe nannte der mehrheitlich von der Deutschen Telekom   beherrschte Online-Anbieter erste positive Effekte der angekündigten Kostenkontrolle und eine sinkende Kundenzahl mit verlustbringenden Pauschaltarifen bei Schmalband-Anschlüssen. Auch in den kommenden Quartalen sei mit einer weiteren Verbesserung des Ebitda zu rechnen, hieß es.

Den Konzernumsatz gab T-Online für das Halbjahr mit 539 Millionen Euro an, was einem Plus von rund 53 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche. Im ersten Quartal hatte der Umsatz von T-Online 280,19 Millionen Euro betragen, so dass der Umsatz im zweiten Quartal auf rund 259 Millionen Euro sank. T-Online begründete den Umsatzrückgang im Quartalsvergleich ebenfalls mit der sinkenden Kundenzahl bei schmalbandigen Pauschaltarifen und der saisonal gesunkenen Internetnutzungsdauer. Analysten hatten für das zweite Quartal durchschnittlich mit einem Umsatz von 266,5 Millionen Euro und mit einem Vorsteuerverlust auf Ebitda-Basis in Höhe von 65,2 Millionen Euro gerechnet. Die Umsätze im Internet-Zugangsgeschäft beliefen sich im Halbjahr auf 459,2 Millionen Euro, nach 241,8 Millionen Euro im ersten Quartal. Damit gaben die Portal-Umsätze im Quartalsvergleich leicht nach. Hingegen stiegen die Umsätze mit Werbung und elektronischem Handel im zweiten Quartal an und lagen nach Reuters-Berechnungen bei 36,6 Millionen Euro nach 31,3 Millionen Euro im ersten Vierteljahr.

Das Kundenwachstum von T-Online blieb im zweiten Quartal mit plus 500.000 deutlich gegenüber der vergleichsweise kräftigen Steigerung im ersten Vierteljahr (plus 732.000) zurück. Die Kundenzahl im T-Online-Konzern wurde mit 9,2 Millionen angegeben, ein Plus von rund 6,6 Prozent nach 9,2 Prozent im ersten Vierteljahr. In Deutschland wurden mit 7,553 Millionen Kunden 8,6 Prozent mehr Kunden als im Vorquartal gezählt.

Überdurchschnittlich wuchs die Teilnehmerzahl in Österreich mit rund plus 18 Prozent auf 185.000 Kunden und in Spanien mit plus 7,4 Prozent auf rund 820.000 Kunden. In Frankreich erhöhte sich die Kundenzahl mit einem Zuwachs von 3000 Kunden auf 665.000 Kunden nur marginal. Als Grund für das gebremste Wachstum wurde die von der dortigen Tochter Club Internet zurückgefahrene Werbung genannt, was jedoch zur Verbesserung der Ergebnissituation beigetragen habe. Im frühen Handel gaben die Aktien des im Auswahlindex des Neuen Marktes, Nemax-50, notierten Unternehmens zunächst nach. Händler sagten, die Zahlen hätten am oberen Ende der Erwartungen gelegen. Es habe nach kräftigen Kurszuwächsen in den vergangenen Tagen Verkäufe gegeben. Die T-Online-Aktie hatte vor wenigen Tagen mit 7,15 Euro ein neues Allzeittief markiert. Im weiteren Handelsverlauf tendierten die T-Online-Papiere dann freundlich mit plus 2,6 auf 9,21 Euro und wiesen gegenüber dem Index ein überdurchschnittliches Kursplus auf.