Tabakfirmen Rauchen macht nicht sexy
New York - Die Tabakkonzerne Philip Morris , British American Tobacco und Japan Tobacco haben sich einem Pressebericht zufolge selbst Schranken für die Werbung und Vermarktung von Zigaretten gesetzt. Vier kleinere Tabakhersteller wollen sich dem Kodex anschließen, schreibt das "Wall Street Journal Online".
Ab Ende 2002 wollten die Konzerne keine Werbung im Fernsehen, im Radio und im Internet schalten. Ausnahmen könne es nur geben, wenn gewährleistet werde, dass die Werbung keine Kinder erreiche. Außerdem wollten die Konzerne sich der Werbung mit Berühmtheiten enthalten, hieß es im Bericht.
Der Anstoß für den Kodex sei von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gekommen, hieß es. Ein Entwurf eines internationalen Abkommens zur Eindämmung des Tabakkonsums werde derzeit diskutiert. Ziel sei, dass die Vereinbarung von 191 Ländern ratifiziert werde. Derzeit sei Fernsehwerbung in vielen asiatischen und lateinamerikanischen Ländern erlaubt. Auch Radiowerbung sei beispielsweise in Spanien erlaubt.
Die Tabakfirmen wollen dem Bericht zufolge "Maßnahmen im Rahmen der Vernunft" ergreifen, um Tabakverkäufe an Jugendliche zu verringern. Dazu zähle, dass keine Werbung in Kinos gezeigt werden soll, in denen weniger als drei Viertel des Publikums Erwachsene sind.
Die tief greifendste Selbstbeschränkung liegt im Stil der Werbung. Ihr soll der suggestive Einschlag genommen werden. So werde die Werbung künftig nicht mehr suggerieren, dass Rauchen Popularität oder athletische, berufliche und sexuelle Erfolge erleichtert. Außerdem verpflichten sich die Konzerne laut "WSJ-Online", ihre Werbung nicht mehr auf die Jugend auszurichten. Dort liegt der Zukunftsmarkt der Tabakfirmen.