Tabakindustrie Gericht verwirft Milliardenklage
Miami - Das Gericht in Florida wies damit ein Urteil von Juli 2000 zurück, nach dem die fünf größten Tabakkonzerne der USA an schätzungsweise 300.000 bis 700.000 kranke Raucher insgesamt 145 Milliarden Dollar Schandenersatz hätten zahlen müssen. Ein Gericht in Miami hatte der Sammelklage vor drei Jahren stattgegeben und befunden, dass Zigaretten abhängig machen und ihr Konsum tödliche Folgen haben kann.
Nach Ansicht des Berufungsgerichts sind die dem Urteil zu Grunde liegenden Rechtsvorgänge jedoch wegen schwerer juristischer Fehler nicht mehr nachvollziehbar. Außerdem stünden sie im Widerspruch zu den Gesetzen des Bundesstaates, da sie die Firmen in den Konkurs treiben könnten, so die Begründung des neuen Urteils. "Das Schicksal einer ganzen Industrie und bis zu einer Million Bürgern Floridas kann nicht von einem so grundsätzlich unfairen Verfahren abhängen". Grundsätzlich könnten die Klagen zudem wegen der angeblichen Irreführung der Verbraucher über die Gesundheitsrisiken des Rauchens nicht als Sammelklage geführt werden.
"Das ist für die Industrie das bestmögliche Ergebnis und es reduziert das juristische Risiko auf eine Art und Weise, wie es kaum etwas anderes tun könnte", sagte der Tabakindustrie-Experte David Adelman von Morgan Stanley. "Es markiert das Ende der Sammelklagen."
Zu den betroffenen Firmen gehörten unter anderem die Altria-Group-Tochter Philip Morris, R.J. Reynolds und Lorillard Tobacco. Auf Grund des Urteils setzte sich die Altria-Aktie mit plus 9,71 Prozent auf 38,30 Dollar an die Spitze der Gewinner im Dow Jones.