Tabakindustrie: Richter bestätigt Rekordstrafe - DER SPIEGEL
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Tabakindustrie Richter bestätigt Rekordstrafe

Ein Richter in Florida hat am Montag das Schadenersatzurteil gegen die amerikanische Tabakindustrie bestätigt. Die Firmen hatten argumentiert, die Rekordstrafe von 145 Milliarden Dollar würde sie in den Ruin treiben.
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Miami - Dennoch soll die amerikanische Tabakindustrie die Summe von umgerechnet rund 325 Milliarden Mark an erkrankte Raucher bezahlen. Ein Richter in Miami lehnte am Montag den Antrag der Konzerne ab, die Strafe aufzuheben oder zu verringern. Er gab seine Entscheidung bekannt, nachdem ein Bundesrichter den Fall an ihn zurückverwiesen hatte. Nach diesem Urteil wird ein längeres Verfahren in den Berufungsinstanzen von Florida erwartet.

Die höchste je verhängte Zivilstrafe in der US-Justizgeschichte war im Juli von einem Geschworenengericht mehreren hunderttausend Tabak-Opfern in Florida zugesprochen worden. Die beiden Firmen Lorillard Inc. und Liggett Group streben inzwischen an, alle gegen sie anhängigen Klagen mit einer Zahlung von rund acht Milliarden Dollar beizulegen. Die Vergleichsregelung wird nach Angaben ihrer Anwälte durch das Urteil verzögert.

Die großen Tabakfirmen mit Philip Morris und R. J. Reynolds an der Spitze hatten bereit im Juli Berufung gegen das Urteil eingelegt. Sie wollen auch die neue Entscheidung nicht hinnehmen. Nach den Gesetzen des Staates Florida dürften keine Strafen ausgesprochen werden, die Unternehmen in den Bankrott treiben könnten, sagte Philip-Morris-Anwalt William Ohlemeyer.

Grundlage des ursprünglichen Urteils war die schon früher von der Jury in einem zweijährigen Verfahren getroffene Feststellung, dass die fünf angeklagten Firmen ein "tödliches Produkt" herstellten. Sie hätten die Öffentlichkeit jahrzehntelang absichtlich über die schweren Gesundheitsfolgen des Rauchens getäuscht.