Tabakindustrie: Zigarettenumsatz bricht um elf Prozent ein - DER SPIEGEL
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Tabakindustrie Zigarettenumsatz bricht um elf Prozent ein

Schleichender Tod des Glimmstengels: Geschockt von hohen Preisen, greifen in Deutschland deutlich weniger Raucher als bisher zur Zigarette - und die nächste Preiserhöhung ist bereits beschlossen.
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Wiesbaden - Im dritten Quartal 2003 wurden mit 34,4 Milliarden Zigaretten rund 10,9 Prozent weniger verkauft als im Vergleichszeitraum ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mit. Bereits in den Quartalen zuvor war der Zigarettenverkauf gesunken, doch in diesem Quartal war der Rückgang besonders dramatisch.

Zwar stiegen viele von hohen Preisen geschockte Raucher auf die Selbstgedrehte um, doch auch damit ließ sich das Minus bei den Zigaretten nicht ausgleichen: Gemessen an der absoluten Tabakmenge wird in Deutschland weniger geraucht. Insgesamt gingen bei einem Konsum von 28.466 Tonnen knapp 1650 Tonnen weniger Tabak in Rauch auf.

Nicht eingerechnet in diese Zahlen sind allerdings die auf dem Schwarzmakt gehandelten Zigaretten. Die offiziellen Zahlen beziehen sich nämlich nur auf Angaben des Hauptzollamts Bielefeld. Wie stark der Anteil der Schmuggelwaren angesichts der hohen regulären Preise gestiegen ist, lässt sich kaum seriös ermitteln.

Die hohen Preise sind es im Übrigen, die das Fiasko für die Zigaretten-Industrie nicht ganz so deutlich hervortreten lassen. Die Gesamtausgaben für Zigaretten, Zigarren und Zigarillos, Feinschnitt- und Pfeifentabak sanken mit rund sechs Milliarden Euro lediglich nur um zwei Prozent. Durchschnittlich bezahlten Raucher in Deutschland im dritten Quartal 5,5 Milliarden Euro 15,84 Cent pro Zigarette - der Staat kassierte dabei jedes Mal 10,03 Cent an Steuern.

Die Steuerquote wird bald noch steigen: Am Freitag hat der Bundestag eine Erhöhung der Tabaksteuer im Rahmen der Gesundheitsreform beschlossen. Danach soll die Steuer von Januar 2004 bis Juli 2005 in drei Stufen um je 1,5 Cent pro Zigarette angehoben werden. Die Tabakindustrie war gegen die Erhöhung Sturm gelaufen und hatte prognostiziert, der Zigarettenmarkt werde einbrechen. Der Bundesrat muss dem Gesetz nicht zustimmen.