Tag der Entscheidung Milliardenpoker um Atecs Mannesmann
Düsseldorf - Siemens und Bosch wollen gemeinsam Atecs übernehmen. Die beiden Konzerne bieten insgesamt 9,1 Milliarden Euro für die Mannesmann-Industriesparte, hieß es in einer offiziellen Mitteilung. Die Gesellschaft soll als paritätisches Gemeinschaftsunternehmen fortgeführt werden und sich durch die Zusammenlegung mit Aktivitäten von Bosch und Siemens weiterentwickeln. Das neue Unternehmen solle dann zu den bedeutendsten Engineering- und Technologieunternehmen auf dem Weltmarkt zählen. Das Übernahmeangebot von ThyssenKrupp beläuft sich auf 8,75 Milliarden Euro.
Auch Continental wird als Interessent gehandelt, allerdings nur für die Atecs-Autozuliefersparte VDO und Sachs. Die soll aber nach bisherigen Planungen in einem Joint Venture mit Simens aufgehen. Spekulationen über einen Kauf des gesamten Konzerns wies Conti zurück.
Dem Mannesmann-Aufsichtsrat liegt zudem dem Vernehmen nach ein Angebot eines bayerischen Konsortiums vor. Auch daran soll neben der Allianz unter anderem Siemens beteiligt sein. Der BMW-Konzern soll der Bieter-Gruppe dagegen entgegen anders lautender Berichte nicht angehören. Die Investoren wollen den Berichten zufolge 50 Prozent der Atecs-Anteile übernehmen. Der andere Teil solle an die Börse gehen.
Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) hat sich gegen einen Verkauf von Atecs an ThyssenKrupp ausgesprochen. Die Mannesmann Atecs AG solle selbstständig bleiben und an die Börse gehen, forderte Wiesheu. Dies sei die Zusage von Vodafone Airtouch bei der Mannesmann-Übernahme gewesen. "Es gibt keinen Grund, davon abzuweichen." Zwei Unternehmenssparten des Konzerns sind in Bayern angesiedelt.