AKTIEN Talfahrt beendet
Überraschende Sommerrallye in der deutschen Autoindustrie: Seit Anfang Juli stiegen die Kurse von DaimlerChrysler um 10, von BMW um 14, von VW um rund 20 und von Porsche gar um 30 Prozent. Hintergrund ist nach Meinung vieler Fachleute der generelle Trend, klassische Werte der Old Economy wieder zu entdecken. Die Autohersteller überzeugten obendrein durch gute Halbjahreszahlen. Denn trotz sinkenden Autoabsatzes in Deutschland konnten sie ihre Gewinne steigern. »Die Unternehmen haben den Rückgang durch ihre Geschäfte in den USA, aber auch in Lateinamerika wettgemacht«, sagt Hans Schollbach, Aktienanalyst bei Sal. Oppenheim in Köln. Branchenkenner sind sich einig, dass die Kurse ihren Tiefpunkt überschritten haben, warnen jedoch vor allzu großer Euphorie. Auch in den USA verlangsame sich die Konjunktur - was zu Einbußen bei den Verkäufen führen werde. Und in Europa sei bereits Anfang 2001 mit einem Höhepunkt des Wachstums zu rechnen, was zusätzlich auf die Verkaufszahlen drücke. »Nach wie vor ist die Autobranche eine zyklische Industrie«, sagt Schollbach, »auch wenn die Schwankungen durch die globale Ausrichtung des Geschäfts künftig nicht mehr so stark sein werden.«